Mainzer Stadtwerke drosseln Planungen für Pumpspeicherkraftwerk Heimbach bei Bingen

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Die Mainzer Stadtwerke verlangsamen ihre Planungen zum Bau eines großen Pumpspeicherkraftwerkes (PSW) auf dem Franzosenkopf bei Bingen deutlich. Davon unterrichtete der Vorstandsvorsitzende Detlev Höhne jetzt die Ortsbürgermeister beider Gemeinden sowie weitere Projektpartner. Grund dafür sind einer Mitteilung zufolge in erster Linie die politischen Rahmenbedingungen für Pumpspeicherwerke in Deutschland, die derzeit nicht dazu geeignet seien, einen wirtschaftlichen Betrieb solcher Anlagen in absehbarer Zeit zu gewährleisten.

Die gesamte Energiebranche übe sich deshalb zurzeit in Zurückhaltung und warte ab, wie sich die politische Landschaft in dieser Hinsicht weiter entwickele, verwies Höhne auf ähnliche Entscheidungen anderer Investoren von Pumpspeicherprojekten wie beispielsweise die Stadtwerke Trier oder die Stadtwerke-Gruppe Trianel mit ihren Projekten. Gleichzeitig rechne die Branche aktuell nicht damit, dass die Rahmenbedingungen sich im Vorfeld der kommenden Bundestagswahl wesentlich verbessern. „Seitens der Bundesregierung werden derzeit jedenfalls keine positiven Signale in dieser Richtung ausgesandt“, so der Stadtwerke-Chef.

Positiv im Sinne des Pumpspeicherkraftwerkes Heimbach sei immerhin ein aktueller Antrag im Bundesrat, der das weitere Vorantreiben von Pumpspeicherprojekten unterstützen soll. In diese Richtung zielten auch verschiedene Initiativen seitens der aktuellen Wasserkraft-Projekte gegenüber der Bundesregierung und der Bundesnetzagentur. Vor diesem Hintergrund hätten sich die Stadtwerke Mainz dazu entschlossen, die nächsten kostenintensiven Schritte zur Realisierung des Vorhabens, nämlich die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens und die Sicherung der erforderlichen Grundstücke (vorrangig für das geplante Oberbecken und für das Unterbecken), zunächst zurückzustellen. Für die Umsetzung dieser Maßnahmen wäre ein zweistelliger Millionenbetrag erforderlich. „Eine Investition in dieser Größenordnung könnte nur dann vertreten werden, wenn die Wirtschaftlichkeit des Projektes sichergestellt wäre“, erläuterte Höhne.

Voruntersuchungen für Planfeststellungsverfahren werden fortgeführt

Gleichzeitig verwies er auf die positive Resonanz aus der Öffentlichkeit und bei den Bürgern vor Ort. „Wir halten das PSW-Projekt in Niederheimbach und Trechtingshausen für ein sinnvolles Projekt und wollen es daher auch nicht aufgeben“, sagte er. Die Stadtwerke hätten bisher rund drei Mio. € in die Planungen und Untersuchungen für das Wasserkraftwerk investiert. Andererseits müsse man aber den bestehenden Rahmenbedingungen Rechnung tragen. Weitergeführt würden in den kommenden Monaten die bereits laufenden Voruntersuchungen für das Planfeststellungsverfahren zum Pumpspeicherkraftwerk Heimbach.

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