Machnig: “Schweres industriepolitisches Versäumnis”, dass es keine Batterieproduktion in Deutschland gibt

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Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, fordert den raschen Aufbau einer Batteriezellenfertigung in Deutschland. Es sei ein „schweres industriepolitisches Versäumnis“, dass es keine eigene Batterie- und Zellproduktion in Europa und Deutschland gebe, sagte der Staatssekretär auf dem 7. eMobility Summit des Tagesspiegels in Berlin.

„Wir brauchen spätestens 2018 eine Entscheidung und dann ein schnelles Verfahren“, sagte Machnig. „Auch die Autoindustrie muss sich bewegen und Mindestabnahmegarantien geben.“ Die Zeit dränge. So prüften auch chinesische Investoren den Bau einer Zellfabrik in Thüringen oder in Sachsen.

Barthle: “Es wird ernst – wir dürfen den Anschluss nicht verpassen”

Von den Unternehmen erwartet die Politik mehr Tempo beim Umstieg auf die Elektromobilität. „Es wird ernst – wir dürfen den Anschluss nicht verpassen“, sagte Norbert Barthle, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Deutschland sei technologisch führend, bei der Nachfrage gebe es aber noch „viel Luft nach oben“, zitiert der Tagesspiegel den Verkehrsstaatssekretär. Die 2016 eingeführte Kaufprämie sei nur mühsam angelaufen. An dem Ziel, bis 2020 eine Million E-Autos auf die Straße zu bringen, halte die Bundesregierung fest. Es sei aber „ambitioniert“ und er sei „realistisch“, sagte Barthle. Dennoch gelte: „Die Elektromobilität muss jetzt kommen.“

Ladeinfrastruktur für Elektromobilität: Wissmann sieht Engpass

Matthias Wissmann, Präsident des Autoverbandes VDA, sieht keinen Rückstand der deutschen Automobilbranche. „Der Umstieg ist in vollem Gange.“ Die Unternehmen investierten bis 2020 insgesamt 40 Mrd. € in die Weiterentwicklung der Elektromobilität. Einen „Engpass“ sieht Wissmann allerdings bei der Ladeinfrastruktur. Zwar gebe es das 300-Mio.-€-Förderprogramm des Bundes. Zudem baue ein Konsortium rund um BMW, Daimler, Ford und VW 400 Schnellladestationen an den Autobahnraststätten auf (EUWID 49/2016). „Wir liegen deutlich hinter unserem Ziel von 15.000 öffentlichen Ladepunkten zurück“, sagte Wissmann. Aktuell ständen bundesweit 7.400 Normal- und rund 300 Schnelladepunkte zur Verfügung.

Daimler-Manager Harries: Marktumfeld „brutal schnell“ – Fehler werden nicht verziehen

„2017 ist es an der Zeit, zu beschleunigen“, sagte Axel Harries, der bei Daimler den Konzernbereich CASE leitet, in dem der Autokonzern unter anderem die Elektromobilität bündelt. Harries sprach vom „Schnellbootansatz“ des Stuttgarter Unternehmens. Das Marktumfeld sei „brutal schnell“ und Fehler würden nicht verziehen. Bis 2022 werde Daimler mehr als zehn E-Autos auf den Markt bringen, bis 2025 werde der E-Anteil am Mercedes-Absatz bei 15 bis 25 Prozent liegen. Der Konzern gebe „volle Energie in die Elektromobilität“, sagte Harries. Daimler rechnet mit deutlich fallenden Preisen für Elektroautos. „Je stärker die Preise fallen, desto größer wird die Nachfrage“, glaubt Harries.

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