LKW und Landis+Gyr zeigen Nutzen von Smart Grids für Netzanalyse und -optimierung auf

Verknüpfung von Lastflüssen, Infrastrukturdaten und Geoinformationen

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Quelle: Landis+Gyr GmbH

Seit September untersuchen die Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) und Landis+Gyr die Potenziale von Advanced Grid Analytics für EVU-typische Prozesse im Mittel- und Niederspannungsnetz. Wie der Anbieter von Energiemanagementlösungen mitteilt, habe das achtmonatige Pilotprojekt zum Ziel, den Nutzen intelligenter Stromzähler für die Netzanalyse und -optimierung aufzuzeigen. Nach einem erfolgreichen Abschluss sei der landesweite Rollout mit 27.000 Messpunkten geplant.

Advanced Grid Analytics (AGA) ermöglichen die Optimierung von Asset Management und Netzbetrieb in Energieversorgungsunternehmen (EVU) sowie die Einführung neuer Lastmanagement- und Abrechnungskonzepte. Auf einer integrierten AGA-Plattform werden Informationen aus den intelligenten Messsystemen mit weiteren Daten aus dem EVU-Umfeld zusammengeführt und mit dem Geoinformationssystem verortet. Auf diese Weise lasse sich eine Vielzahl von Anwendungen realisieren.

„Advanced Grid Analytics verknüpft die Daten aus dem Smart Metering mit der Netzinfrastruktur und schafft einen wichtigen Mehrwert für das Unternehmen, gerade auch bei verstärkter dezentraler Produktion im Verteilnetz“, so Ralph Griewing, Senior Vice President Business Unit Solutions bei Landis+Gyr. EVUs wie die Liechtensteinischen Kraftwerke könnten auf dieser Basis ihre Unternehmensprozesse optimieren und fundierte strategische Investitionsentscheidungen treffen.

Verknüpfung von Smart Metering-Daten mit der Netzinfrastruktur

In Liechtenstein stehen zunächst die Netz- und Komponentenbelastung, die Spannungsvisualisierung, die Integration dezentral erzeugter Energien und die Bewertung neuer Investitionen in einem exemplarischen Netzgebiet im Fokus des Projektes. Es sei das erste Projekt seiner Art, das Landis+Gyr in Europa durchführt.

Zur Visualisierung und Analyse der Netzbelastung über „Asset Loading“ wird der Lastfluss auf Transformatoren, Leitungen, Sicherungen und anderen Netzkomponenten auf Basis realer Lastprofile der Konsumenten bzw. Prosumer berechnet und geografisch dargestellt. Das erlaube eine optimale Komponentenauslastung sowie die vorausschauende und bedarfsgerechte Instandhaltung und Investitionsplanung.

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Quelle: Landis+Gyr

Die Spannungsvisualisierung ermögliche eine standardisierte Überwachung der Spannungsqualität im Verteilnetz. Dazu werden Spannungsmessungen aus verschiedenen Sensoren oder auf Basis realer Verbrauchsdaten berechnete Spannungswerte in verschiedenen Darstellungsoptionen visualisiert.

Simulation von Einspeiseszenarien erleichtert Integration dezentraler Energieerzeugungsanlagen

Die Simulation möglicher Einspeiseszenarien mit Blick auf die Netzsicherheit und die regulatorischen Vorgaben erleichtere die Integration dezentraler Energieerzeugungsanlagen. Auf Basis der Zählerdaten und unter Berücksichtigung zukünftiger Entwicklungen – zum Beispiel in der Elektromobilität – könnten Potenziale und Grenzen für den Anschluss dezentraler Produktionsanlagen pro Trafostation, Feeder oder Anschlusspunkt definiert werden. Neue Netzprojekte und Anschlussnehmer ließen sich über den „Network Model Editor“ der Landis+Gyr-Lösung simulieren und bis zu ihrer Realisierung verfolgen, was die Netzplanung erheblich erleichtere.

„Das AGA-Projekt ist der nächste logische Schritt, um die Smart-Metering-Infrastruktur optimal zu nutzen und gilt gleichzeitig als Prüfstein der eingesetzten PLC-Kommunikation. Die Verknüpfung von Lastflüssen, Infrastrukturdaten und Geoinformationen wird in Zukunft unsere Netzplanung und den Netzausbau wesentlich vereinfachen. Im gleichen Zug können wir über gemeinsam mit Landis+Gyr realisierte Infrastrukturerweiterungen die Lastflüsse zwischen den Netzebenen 5 und 7 im SCADA-System übersichtlich überwachen. Dies ist nicht nur für den Netzbetrieb von großem Vorteil, sondern wir erkennen mit der Anwendung auch den jeweiligen Handlungsbedarf in unseren verschiedenen Verteilnetzgebieten“, formuliert der Bereichsleiter Datenerfassung/ Verrechnung/Messwesen bei den LKW, Bruno Schütz, seine Erwartungen an das Projekt.

Die LKW versorgen als das gesamte Fürstentum Liechtenstein mit elektrischer Energie und sind Produzent und Lieferant der Grundversorgung in den Sparten Strom und Telekommunikation. Sie planen, erstellen, betreiben und unterhalten nach eigenen Angaben 10 kV-Leitungen in einer Gesamtlänge von 300 km, 400 V-Leitungen (Kabel und Freileitungen) in einer Gesamtlänge von rund 1.500 km sowie mehr als 260 Transformatorstationen in Liechtenstein. Mit einer 110-kV-Leitung ist Liechtenstein mit Österreich verbunden. Vier 110-kV-Leitungen verbinden das Fürstentum mit der Schweiz.

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