Länder wollen das Stromnetz ausbauen und optimieren

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Symbolbild (Quelle: EUWID)

Die Energiewende fordert nicht nur einen Ausbau des Stromnetzes, sondern auch eine bessere Auslastung der bestehenden Netzstruktur. So lautet der Tenor einer Entschließung, die der Bundesrat jetzt beschlossen hat. Die zunehmende Anzahl dezentraler Erneuerbaren-Energie-Anlagen verändere die Planung und den Betrieb der Übertragungsnetze erheblich. Die historisch gewachsene Netzstruktur werde den Erzeugungsschwerpunkten nicht mehr gerecht, heißt es.

Ein schnellstmöglicher Netzausbau sei deshalb dringend erforderlich. Um bis dahin den weiteren Zubau von Erneuerbaren-Anlagen bei zugleich begrenzten Kosten für die Netzstabilisierung zu ermöglichen, müsse das Bestandsnetz optimal genutzt werden. Als mögliche Maßnahmen nennen die Länder den Einsatz von Freileitungsmonitoring und Hochtemperaturleiterseilen. Deren Verwendung könne kurzfristig dazu beitragen, die Übertragungskapazitäten von Bestandsleitungen signifikant zu erhöhen. Die Bundesregierung solle deshalb gemeinsam mit den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) geeignete Trassen für den Einsatz der Technologien identifizieren und für ihre zeitnahe Anwendung sorgen.

Querregeltransformatoren könnten für Entlastung sorgen

Zudem verweist der Bundesrat auf so genannte Querregeltransformatoren, die für Entlastung sorgen könnten, und appelliert an die Regierung, gemeinsam mit den ÜNB die Einsatzmöglichkeiten sowie das Entlastungspotenzial lastflusssteuernder Elemente unverzüglich zu prüfen. Auch das Auslastungsmonitoring hält er für ein geeignetes Instrument zur Optimierung der Stromnetze. Damit ließe sich die Übertragungskapazität engpassbildender Teilstrecken um bis zu 50 Prozent erhöhen. Die Entschließung wird nun an die Bundesregierung weitergeleitet. Feste Fristen für die Beratung gibt es jedoch nicht.

VKU: Lösungsansatz zur Kostenreduzierung liegt in den Verteilnetzen vor Ort

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), der die kommunalen Stromverteilnetzbetreiber vertritt, erklärte dazu, das Ziel müsse sein, weitere Staus auf den Stromautobahnen und unnötige Kosten für die Stromkunden zu vermeiden. Durch das Hoch- und Herunterfahren von Kraftwerken sowie die Abregelung von Erneuerbaren müssten Bürger und Wirtschaft Kosten von mittlerweile rund einer Milliarde Euro über ihre Stromrechnung bezahlen.

Ein Lösungsansatz zur Reduzierung dieser Kosten liege in den Stromverteilnetzen vor Ort. In den Verteilnetzen sei es mit dem Einsatz von Informationstechnologie schon jetzt möglich, die verstopften Stromautobahnen zu entlasten. Zudem können die Verteilnetze zukünftig einen steigenden Anteil des erneuerbaren Stroms in größeren Regionen bereits vor Ort verteilen oder dezentral, beispielsweise in Wärmenetzen, speichern.

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