Ladeinfrastruktur für Elektroautos: Startschuss für Deutschlandnetz-Ausschreibung

Außerhalb der Förderung für Schnellladeaparks entstanden: EnBW-Flagship-Ladepark in Rutesheim (Bildquelle: EnBW)

Das Bundesverkehrsministerium hat die Ausschreibung für das Deutschlandnetz gestartet. Ab sofort können Unternehmen und Unternehmenskonsortien in den Wettbewerb um den Zuschlag zum Aufbau und Betrieb von etwa 900 Schnellladestandorten in ganz Deutschland einsteigen. Das Deutschlandnetz soll die Grundversorgung mit Schnellladeinfrastruktur im Mittel- und Langstreckenverkehr mit rund 8.000 zusätzlichen Schnellladepunkten sicherstellen. „Dabei ergänzt es die bereits vorhandenen großen Schnellladestandorte und sorgt so deutschlandweit für eine flächendeckende und bedarfsgerechte Schnellladeinfrastruktur“, teilte das BMVI mit.

Die Errichtung und der Betrieb des Deutschlandnetzes werden in zwei getrennten Ausschreibungen vergeben. Im Mittelpunkt der nun gestarteten ersten Ausschreibung stehen 900 Suchräume für Schnelladestandorte in 23 Regionallosen, die ganz Deutschland abdecken. In einer zweiten Ausschreibung werden Aufbau und Betrieb von etwa 200 Schnellladestandorten an unbewirtschafteten Rastplätzen an den Bundesautobahnen ausgeschrieben werden. Die Ausschreibung der bundesweiten Autobahn-Lose soll im Herbst durch die Autobahn GmbH erfolgen.

Die erste Phase der Ausschreibung findet als Teilnahmewettbewerb mit einer Bewerbungsfrist von 6 Wochen statt. Nach der Prüfung und Wertung der Teilnahmeanträge erfolgt dann die Aufforderung zur Abgabe des Erstangebots an die verbliebenen Bieter. Anschließend finden die Verhandlungen statt. Mit den finalen Zuschlägen für die einzelnen Gebote wird laut BMVI im dritten Quartal 2022 gerechnet.

900 Suchräume für Regionallose

Die 900 Suchräume der Regionallose verteilen sich auf insgesamt 6 Regionen (Nord-West, Nord-Ost, Mitteldeutschland, Süd-Ost, Süd-West und West) und geben ein bestimmtes Gebiet, z.B. rund um einen Verkehrsknotenpunkt, vor. In jedem Suchraum soll ein Schnellladestandort mit mindestens vier und bis zu 16 Schnellladepunkten entstehen. Die Bieter müssen geeignete Standorte innerhalb dieser Suchräume einbringen bzw. finden. Angesprochen werden mit diesem Verfahren regional tätige Betreiber sowie kleine und mittelständische Unternehmen (KMU).

Der Schritt von der Förderung zur Ausschreibung sei ein Paradigmenwechsel bei der staatlichen Unterstützung des Ausbaus von Ladeinfrastruktur in Deutschland, betont das BMVI. Zusätzlich zu den BMVI-Förderprogrammen für öffentliche und nicht-öffentliche Ladeinfrastruktur existiere damit nun ein Ansatz, in dem für die Gewinner des Ausschreibungsverfahrens Aufbau und Gewährleistung des Betriebs der Ladepunkte vertraglich verpflichtend sind.

„Zukunftstaugliche technische Mindestanforderungen“für Ladeparks

Das BMVI lege darüber hinaus an den Standorten des Deutschlandnetzes auch „zukunftstaugliche technische Mindestanforderungen“ wie eine jederzeit verfügbare Mindestladeleistung von 200 kW an jedem Ladepunkt, Qualitätsstandards und eine am Markt und am Strompreis orientierte flexible Preisobergrenze fest und stellt deren Einhaltung sicher. Die Bewertungskriterien für die Gebote umfassen Kosten, Konzept und Kundenfreundlichkeit.

Die Energiewirtschaft hat das „Deutschlandnetz“ wiederholt kritisiert, da geförderte Schnellladeparks damit in Konkurrenz zu bestehenden Investitionen insbesondere von Energieversorgern treten.

Die Vergabeunterlagen sind über die e-Vergabeplattform des Bundes www.evergabe-online.de abrufbar. Eine interaktive Karte mit den Suchräumen findet sich unter: www.deutschlandnetz.de.

Welche Förderung gibt es für den Ausbau der Ladeinfrastruktur?

Übersicht: Förderprogramme für E-Mobilitäts-Ladeinfrastruktur (Unternehmen und Kommunen)

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein