Kunden vertrauen ihren Energieversorgern und sind offen für neue Geschäftsmodelle

65

Die Kunden haben großes Vertrauen zu ihren Energieversorgern. Das ist ein zentrales Ergebnis der aktuellen Studie „Die Zukunft der Energie: Was Verbraucher wirklich wollen“ der Unternehmensberatung Axxcon, für die 1.000 Verbraucher zu ihren Wünschen befragt wurden. So wären drei Viertel der deutschen Stromkunden bereit, ihre persönlichen Verbrauchsdaten zur Erfassung eines Nutzerprofils zur Verfügung zu stellen, wenn sie dadurch im Gegenzug Kosten sparen können.

Insgesamt stehen sie ihrem Versorger positiv gegenüber. 91 Prozent antworteten bei dem Punkt „Er bietet mir, was ich brauche“ mindestens mit „eher“. Bei „würde ich weiterempfehlen“ taten dies 87 Prozent. „Das ist ein sehr deutliches Ergebnis und eine hervorragende Grundlage dafür, den Kunden neue Produkte und Dienstleistungen anzubieten“, erklärt Dirk Stieler, Partner und Energieexperte bei Axxcon. Die Unternehmen sollten sich lieber nicht auf dem bestehenden Angebot der Strom- und Gasversorgung ausruhen. Die Veränderungen des Marktes erforderten neue Geschäftsmodelle, und die Kunden seien dafür auch aufgeschlossen. Im Rahmen der Studie wurden im vergangenen Februar 1.000 Verbraucher ab 18 Jahre online befragt.

Je größer der Haushalt ist, desto höher ist auch die Bereitschaft, für intelligente Stromtarife und Einsparungen detaillierte Nutzerprofile erstellen zu lassen, lautet ein weiteres Ergebnis der Studie. Mehr als drei Viertel der Stromkunden würden laut der Studie auch selbst ihr Verbrauchsverhalten anpassen, wenn es zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Tarife geben würde. Zu erwarten sei, dass sich die Möglichkeiten der individuellen Tarifgestaltung mit der Etablierung von Smart Homes deutlich erweitern, so Stieler. Bei diesem Konzept ließen sich die elektrischen Geräte automatisch oder von unterwegs aus steuern.

Je größer der Haushalt, desto höher die Bereitschaft für Erstellung detaillierter Nutzerprofile

Auch beim Smart Home würden die Kunden ihren Energieversorger als potenziellen Anbieter sehen und ihm sogar besonders kritische Bereiche anvertrauen. So könnten sich 57 Prozent der Befragten vorstellen, Sicherheitsdienstleistungen bei seinem Energieversorger zu beauftragen. 74 Prozent würden – unabhängig vom aktuellen Bedarf – in Betracht ziehen, einen Notfallrufknopf für Senioren von ihrem Energieversorger in Anspruch zu nehmen. Bei aller Euphorie über die Digitalisierung und den zweifelsfrei wachsenden Markt der Smart Homes dürften jedoch die kritischen Punkte nicht vergessen werden. So fürchteten sich über 60 Prozent der Befragten vor einem Blackout durch Hacker-Angriffe. „Diese Angst ist so groß wie nie zuvor. Den Verbrauchern ist bewusst, dass mit der fortschreitenden Digitalisierung und den gewünschten smarten Lösungen auch die Angriffsmöglichkeiten zunehmen“, erklärt Torsten Beyer, ebenfalls Partner und Energieexperte bei Axxcon. Die große Herausforderung sei es, die riesigen Datenmengen sicher zu verwalten.

Erhöhte Datensicherheit wichtige Voraussetzung für Digitalisierung

Nicht zuletzt deshalb sollten Energieversorger das von der Bundesregierung erlassende IT-Sicherheitsgesetz sehr ernst nehmen und zum Beispiel die entsprechenden Zertifizierungen auch an ihre bestehenden und potenziellen Kunden kommunizieren. Insgesamt sei die erhöhte Datensicherheit eine wichtige Voraussetzung für die Digitalisierung, mahnt Beyer. Neben den Kundendaten betreffe dies auch die zuverlässige Versorgung mit Sonnen- und Windenergie, die in Zukunft über Smart Grids erfolgen soll. Auch in diesem Punkt machten sich die Verbraucher bereits Gedanken. Fast jeder zweite fürchtet laut der Studie Versorgungsengpässe bei der Nutzung der erneuerbaren Energien. „Gelingt die zuverlässige Belieferung nicht oder machen Hackerangriffe Schlagzeilen, geht das wertvolle Vertrauen der Verbraucher auch ganz schnell wieder verloren“, so Beyer.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein