Stromwende ermutigend – Wärme- und Verkehrswende ernüchternd. So lässt sich der Zustand der Energiewende in Deutschland in aller Kürze charakterisieren. Während im Stromsektor der Anteil der erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren trotz mancher Hindernisse deutlich zugelegt hat, sind die Defizite in den beiden anderen Sektoren unverändert groß. Im Verkehrssektor sind in den vergangenen Jahren gar keine Fortschritte gemacht worden, was den Einsatz erneuerbarer Energien angeht.

Der Titel von EUWID Neue Energie 8/2018 ist der Verkehrswende gewidmet. Welche Stellschrauben gibt es für eine erfolgreiche Dekarbonisierung des Verkehrs? Und was hat sich hier in jüngster Zeit getan? Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat mit einem Renews Spezial einen wertvollen Input zur Debatte geliefert. „Es ist höchste Zeit, die Energiewende auf die Straße zu bringen“, sagt  der AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer. „Dafür brauchen wir eine Kraftstoffwende ebenso wie eine Antriebswende, aber auch eine Änderung unseres Mobilitätsverhaltens.“ 

Welche Rolle synthetische Kraftstoffe spielen könnten, haben die Berliner Denkfabriken Agora Energiewende und Agora Verkehrswende untersucht. Sie halten die strombasierten Kraftstoffe für notwendig, sehen aber auch ganz klare Grenzen der Technologie. 

Synthetischer Kraftstoff kann eine Ergänzung zur E-Mobilität sein, keine Alternative

„Ein mit synthetischem Sprit fahrendes Verbrenner-Fahrzeug benötigt für die gleiche Strecke rund fünfmal so viel Strom als Ausgangsprodukt wie ein batteriebetriebenes Elektroauto. Das ist nicht nur extrem ineffizient, sondern auch teuer. Synthetischer Kraftstoff ist deshalb alles andere als ‚Wunderdiesel‘“, sagt Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende. „Er kann eine Ergänzung zur E-Mobilität sein, keine Alternative.“

Ein anderes Thema, das die Energiewirtschaft zunehmend beschäftigt, sind Cloudlösungen. Sie können dazu beitragen, den einzelnen Stromkunden in eine Gruppe so einzubinden, dass er mit seiner PV-Anlage oder seinem Speicher Teil eines größeren Ganzen wird – mit dem Vorteil, dass er dann zum Beispiel auch Netzdienstleistungen anbieten kann, was ihm als Einzelnem nicht möglich wäre. Gleichzeitig bieten attraktive Clouds aber auch die Möglichkeit, Stromkunden und Prosumer längerfristig an einen Energiedienstleister zu binden.

Sonnen-Geschäftsführer Schröder im EUWID-Interview: “2030 haben Elektroautos Anteil an Neuzulassungen von über 80 Prozent.”

Ein Pionier auf dem Gebiet der Cloud- und Community-Lösungen ist sonnen. Mit sonnen-Geschäftsführer Philipp Schröder haben wir uns darüber unterhalten, was das Besondere der Plattform-Konzepte ist. Und wie die Energiewirtschaft im Jahr 2030 aussehen könnte. Das komplette Interview können Premium-Kunden von EUWID Neue Energie hier abrufen.

(Quelle für Beitragsbild: kamasigns / stock.adobe.com)

EUWID Neue Energie

EUWID Neue Energie 8/2018 ist am 21. Februar erschienen und umfasst 60 Berichte, Analysen, Interviews und zahlreiche Tabellen und Graphiken auf 28 Seiten. Kernfragen der redaktionellen Arbeit des Teams von EUWID Neue Energie sind:

  • Wie gelingt der Umbau der traditionellen Energiewirtschaft hin zu einem auf regenerativen Quellen basierenden Energiesystem der Zukunft?
  • Und wie können die Akteure am Markt den Umbauprozess für sich ökonomisch und gewinnbringend gestalten?

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2 KOMMENTARE

  1. Synthetische Kraftstoffe sollen fossile selbstverständlich nicht 1:1 ersetzen.
    Denn das ist unnötig. Schließlich fahren PHEV im Batteriemodus nachweislich ebenso viele Jahreskm wie BEV.
    Für die restlichen Jahreskm ist PtL ein sinnvoller Kraftstoff.

  2. Vielen Dank für den Kommentar! Eine sachgerechte Diskussion über Nutzen und Kosten von PtX-Technologien ist absolut sinnvoll und gerechtfertigt. Im Zuge der Sektorkopplung wird es auf eine intelligente Balance zwischen unterschiedlichen Verfahren und Speichern (sei es in Batterien, Pump- und anderen physikalischen Speichern, Kraftstoffen oder im Erdgasnetz) ankommen. Und ich würde zum heutigen Zeitpunkt ungern eine Technologie aus der Debatte ausschließen. Was Agora Energie/Verkehrswende aber richtig hervorheben, ist, dass es – wie von Ihnen richtigerweise angemerkt – nicht um einen 1:1 Tausch von Diesel zu synthetischen Kraftstoffen geht und gehen kann.

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