Kosten für Börsengang bescheren Akasol einen Halbjahresverlust

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AKASOL Börsengang
Foto: Alexander Heimann, Vollformat Fotografie Dziemballa Heimann UG

Der Batteriesystem-Anbieter Akasol hat im ersten Halbjahr wegen Kosten für den Börsengang von 2,2 Mio. € beim operativen Ergebnis (Ebit) einen Verlust in Höhe von -1,054 Mio. € verzeichnet. Bereinigt um die Aufwendungen für den Gang aufs Parkett verdiente das Unternehmen mit 1,160 Mio. € jedoch mehr als im Vorjahreszeitraum mit 733 Mio. €. Der Umsatz stieg um 33 Prozent auf rund 9,3 Mio. €. Unbereinigt lag die Ebit-Marge damit bei -11,4 Prozent, bereinigt wurden 12,5 Prozent erreicht.

Der erste Kurs der Akasol-Aktie wurde am 29. Juni 2018 bei 48,80 € und damit oberhalb des Ausgabepreises von 48,50 € festgestellt. Am darauf folgenden Handelstag übersprang der Xetra-Schlusskurs der Akasol-Aktie die Marke von 50 €. Damit betrug die Marktkapitalisierung der Akasol AG zu diesem Zeitpunkt mehr als 300 Mio. €. Aus der Kapitalerhöhung im Rahmen des Börsengangs flossen der Akasol AG Erlöse in Höhe von ca. 100 Mio. € zu. Die Erlöse werden zur Verdopplung der Produktionskapazität am Standort Langen auf 600 MWh bis zum Jahr 2020, für die Expansion in die USA mit dem Aufbau eines Standorts mit einer Produktionskapazität von 300 MWh im Jahr 2019, für Investitionen in weitere Test- und Validierungseinrichtungen sowie für Forschung und Entwicklung verwendet.

Im ersten Halbjahr wurde Basis für Serienproduktion geschaffen

Das erste Halbjahr war Akasol zufolge davon geprägt, die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start der Serienproduktion im zweiten Halbjahr 2018 zu schaffen. Dazu zählten der weitere Ausbau der Produktionsanlagen am Standort Langen, die Gewinnung von Mitarbeitern in der Produktion, die Einstellung weiterer Fachkräfte in der Abteilung Forschung und Entwicklung wie beispielsweise Ingenieure und Software-Entwickler sowie von Mitarbeitern in der Verwaltung.

Durch das Anlaufen der Serienproduktion im zweiten Halbjahr 2018 erwartet Akasol einen weiteren deutlichen Anstieg in den Umsatzerlösen. Eigenen Angaben zufolge will Akasol im dritten Quartal für Daimler und einen skandinavischen Nutzfahrzeughersteller im Werk Langen die Serienfertigung für Batteriesysteme beginnen. In den USA soll die Produktion bis Ende 2019 in Betrieb gehen. Folglich geht das Unternehmen davon aus, seine Prognose für 2018 realisieren zu können. Für das Gesamtjahr rechnet Akasol weiter mit einem Umsatz von 22 bis 24 Mio. €. Die bereinigte Ebit-Marge soll rund sieben Prozent erreichen.

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Bei einigen Elektronikbauteilen bestehen Lieferengpässe

Eine Herausforderung beim Aufbau der Serienproduktion sei eine unvorhergesehene Verknappung einiger Elektronikbauteile. Es handele sich dabei nicht um aufwändige Komponenten, wie beispielsweise zentrale Prozessoren für die Elektronik, sondern vor allem um sogenannte Commodities wie einfache Widerstände, die in jüngerer Vergangenheit nie knapp gewesen seien. Um Lieferengpässen nachhaltig zu begegnen, nimmt Akasol eigenen Angaben zufolge zum einen Allokationen für schwer verfügbare Bauteile vor und baut zum anderen einen mittelfristigen Lagerbestand an knappen, größtenteils niedrigpreisigen Bauteilen auf.

Akasol entwickelt und produziert Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batteriesysteme sowohl für hybrid- und vollelektrische Antriebssysteme in On- und Off-Highway-Anwendungen, als auch für stationäre Systeme zur Speicherung erneuerbarer Energien. Den größten Anteil an der Akasol AG hält die Schulz Group GmbH mit 46,72 Prozent, der Streubesitz beläuft sich auf rund 31 Prozent. Alle Gründer sind nach wie vor an der Gesellschaft beteiligt.

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