Kontroverse über Bewertung der ersten Photovoltaik-Ausschreibungsrunde

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Bei der ersten PV-Ausschreibungsrunde für Freiflächenanlagen haben sich 25 Projekte mit einer durchschnittlichen Größe von 6,3 MW durchgesetzt. Das teilte die Bundesnetzagentur (BNetzA) mit. Der mittlere Angebotspreis der erfolgreichen Vorhaben liegt bei 9,17 ct/kWh Solarstrom. Das Ausschreibungsvolumen von 150 MW war der Behörde zufolge mehr als vierfach überzeichnet.
Letztlich kam jedes siebte der insgesamt 170 Gebote zum Zuge, das endgültige Zuschlagsvolumen liegt bei 156,97 MW. Die BNetzA wertet die erste Runde als vollen Erfolg, Branchenverbände sehen allerdings eine Reihe unbeantworteter Fragen. Aus der Bekanntgabe der Bundesnetzagentur lasse sich z. B. nicht absehen, wie sich die Ausschreibung mittelfristig auf die Vielfalt der Anbieter auswirkt, heißt es in einer Stellungnahme des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). Die Bundesnetzagentur betont, dass die Angebotspreise der erfolgreichen Bieter deutlich unter dem Höchstwert der Ausschreibungsrunde lagen, der mit 11,29 ct/kWh angesetzt wurde. „Die Vielzahl der eingegangenen Gebote ist ein Zeugnis des intensiven Wettbewerbs um Förderberechtigungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen“, sagte BNetzA-Präsident Jochen Homann. Der BEE mahnt aber auch hier zur Zurückhaltung bei der Bewertung. Die 9,17 ct/kWh seien deutlich mehr als die zum Realisierungszeitpunkt in zwei Jahren vorgesehene EEG-Vergütung. „Bei aktueller Vergütungsdegression wäre der Vergleichswert dann 8,5 ct/kWh.“ Eine „umfassend seriöse Bewertung“ könne vor diesem Hintergrund heute noch nicht erfolgen. (Die umfassende Analyse zur Kontroverse über die Bewertung der ersten Runde der PV-Freiflächenausschreibung können Abonnenten von EUWID Neue Energie hier abrufen). Die aktuelle Ausgabe 19/2015 von EUWID Neue Energie umfasst 92 Nachrichten auf 32 Seiten. Die Themen der am 6. Mai erschienenen Ausgabe sind hier abrufbar. In einem weiteren Artikel der neuen Ausgabe des Brancheninformationsdienstes geht es um eine Studie, die sich mit den Vor- und Nachteilen der Aufbereitung von Biogas zu Biomethan befasst. Aus Klimaschutzgesichtspunkten ist die Aufbereitung von Biogas zu Biomethan im Vergleich zur Vor-Ort-Verstromung von Biogas dann vorteilhaft, wenn eine um 35 bis 50 Prozent höhere Wärmenutzung erreicht wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW). Resultat der Studie ist auch, dass alle Verfahren der Biogasaufbereitung im Vergleich zur fossilen Energieerzeugung Klimagase vermeiden können. Auch die Ankündigung des US-amerikanischen Elektroautoherstellers Tesla, einen Batteriespeicher für den Privatgebrauch anbieten zu wollen, hat die Branche in der vergangenen Woche beschäftigt. Damit könne zum Beispiel Solar- oder Windkraft-Strom zur späteren Verwendung gespeichert werden, erläuterte
Tesla in der Nacht zum Freitag. Unter den ersten Test-Kunden auf Unternehmensseite sind der Online-Händler Amazon, der ein Netz aus riesigen Rechenzentren betreibt, sowie der US-Einzelhändler Target. Bei der Einbindung der Batterien ins Stromnetz soll Tesla der Hamburger Ökostrom-Anbierter Lichtblick helfen. Unternehmen und Institutionen in der aktuellen Ausgabe (Auswahl): Arge Biokraft, BAdenova, BayWa r.e., BDEW, Bosch, Crop Energies, Deutsches Maiskomitee, Dong Energy, Eguana Technologies, EnBW, Eurosolas, EVN, HSE, IBC Solar, LG Chem, N-Ergie, Repower, Senvion, Tesla, Toptarif, Wärtsilä, etc. Graphiken und Tabellen in der aktuellen Ausgabe (Auswahl): EUWID-Marktbericht für Altholz, Großhandelspreise für Getreide und Ölsaaten, Preise für Biodiesel, Windenergieeinspeisung, Marktdaten Windenergie, Solareinspeisung, Rohstoffpreise, Renixx-Marktbericht, Heizölpreise Ein Testpaket von EUWID Neue Energie mit Zugriff auf die unterschiedlichen crossmedialen Informationsmodule können Sie hier bestellen.

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