Koalitionsverhandlungen: Energieeffizienz als zweite Säule

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Die im Rahmen der Koalitionsverhandlungen gebildete Arbeitsgruppe Energie gibt der Energieeffizienz als „zweiter Säule“ neben dem Ausbau der erneuerbaren Energie mehr Gewicht und hat sich für die umstrittene steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierungen ausgesprochen. Eine konkrete Zielvorgabe bezüglich der Einsparung von Energie wird in einem EUWID vorliegenden Papier allerdings nicht genannt. Die Beschlüsse der Arbeitsgruppe sind Inhalt des Titelberichts von EUWID Energieeffizienz Nr. 23. Die aktuelle Ausgabe erscheint heute mit 81 Nachrichten und Berichten auf 28 Seiten. EUWID Energieeffizienz Nr. 23 beinhaltet Unternehmensmeldungen über WV Energie, Conergia, Leitec Gebäudetechnik, AEP Energie Consult, Herzgut Landmolkerei Schwarza, Velux, Ceramic Fuel Cells, ABB, Bosch, Cisco sowie LG. EUWID berichtet in der aktuellen Ausgabe über den neuen Welt-Energieausblick der Internationalen Energieagentur (IEA) bis zum Jahr 2035 sowie über die neuesten Zahlen des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) zu den globalen CO2-Emissionen. Außerdem legt der Finanzdienstleister UDI einen Green Building Fonds auf. Energieeffiziente Gebäude befinden sich auch bei Anlegern auf dem Vormarsch, so der Nürnberger Anbieters umweltfreundlicher Geldanlagen. EUWID nennt außerdem aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes (destatis). Laut der Behörde ist Klimaschutz in Deutschland zu einem großen Geschäft geworden. Mit Produkten und Leistungen rund um erneuerbare Energien und Treibhausgasreduktion wurden 2011 rund 45,5 Mrd. € Umsatz erzielt. Im Marktanreizprogramm (MAP) für erneuerbare Energien sind beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) von Januar bis September 2013 insgesamt 54.342 Anträge gestellt worden. Das entspricht einem Zuwachs um knapp 39 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum (39.139 Anträge). Weiter berichtet EUWID, dass der Absatz von Solarwärmekollektoren in den ersten drei Quartalen des Jahres um elf Prozent auf 820.000 m² zurückgegangen ist. Das gaben der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) und der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) kürzlich bekannt. Außerdem hat Bayern in diesem Jahr den Länderwettbewerb um den größten Ausbau von oberflächennaher Geothermie gewonnen. Nach Berechnungen der ErdwärmeLIGA erreichte der Freistaat 90 Punkte und lässt damit Brandenburg, den Gewinner der Jahre 2010, 2011 und 2012, hinter sich, der in diesem Jahr auf 78 Punkte kam. Aufsteiger des Jahres ist Sachsen mit 58 Punkten. Die Preisträger wurden im Rahmen des Geothermiekongresses 2013 in Essen ausgezeichnet. Im der Rubrik „Neue Studien“ befasst sich Ausgabe 23 von EUWID Energieeffizienz mit der neuen EHI-Studie „Energiemanagement im Einzelhandel“ und der Deloitte-Studie „Ressourcen im Mittelstand“. Unterdessen nimmt der Verband für Wärmelieferung (VfW) zusammen mit verschiedenen Partnern zwei Studien in Angriff. Dabei handelt es sich zum einen um eine Studie zur Kurzzeitmessung von Heizanlagen zur Bestimmung des Jahresnutzungsgrades. Zum anderen plant der VfW eine Studie zu anerkannten Pauschalwerten zur Wärmelieferverordnung.
In Österreich hat die Austrian Energy Agency ihren aktuellen Vollkostenvergleich von Heizsystemen veröffentlicht. Dort heizt man derzeit am günstigsten mit einer Gaszentralheizung in einem thermisch sanierten Haus, das einen Heizwärmebedarf (HWB) von 70 kWh/m²a hat, mit ermittelten Jahreskosten von 2.043 €, am teuersten mit einer elektrischen Direktheizung in einem unsanierten Gebäude (HWB 170) mit 5.732 €. Der geringste CO2-Ausstoß kann bei einer Scheitholzzentralheizung in einem thermisch sanierten Gebäude mit 172 kg/Jahr verzeichnet werden. Im Unterschied zu anderen Vergleichen werden in dem Vergleich laut der Österreichischen Energieagentur die Vollkosten erhoben, also neben Brennstoffpreisen auch Investitions- und Wartungskosten berücksichtigt. Ebenfalls in Österreich hat der Energieversorger Verbund AG das erste virtuelle Großkraftwerk vornehmlich für Industriekunden in Österreich gestartet. Ziel ist, individuelle Verbrauchs- und Erzeugungsflexibilitäten aus einem Pool von sechs bis zehn energieintensiven Betrieben zu bündeln und als neues Produkt auf dem Regelenergiemarkt ertragbringend anzubieten. Gleichzeitig bietet der Energiekonzern eine Beratungsdienstleistung – Verbund-Eco-Net – für ein selbstlernendes Netzwerk von acht bis zwölf Unternehmen an. Für eine Dauer von drei Jahren sollen konkrete Einsparziele definiert und die Energieeffizienz erhöht werden. Weiter Berichte von EUWID Energieeffizienz befassen sich mit einer Kooperationsvereinbarung zwischen LonMark Deutschland und der EEBus Initiative. Deren Ziel ist, die in beiden Organisationen vorhanden Kompetenzen und Erfahrungen aus den Bereichen Smart Grid/ Smart Metering und Gebäudeautomation zu bündeln. Im Bereich Energiemanagement hat die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg bekannt gegeben, dass Unternehmen im Südwesten künftig leichter in das Energiemanagement einsteigen können. Ihnen stehe jetzt das im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) entwickelte internetbasierte Werkzeug „mod.EEM“ zur Verfügung. Mit mod.EEM können die Energieverbrauchszahlen, bereits ergriffene Effizienzmaßnahmen und die Zuständigkeiten für die Einführung eines Energiemanagement-Systems dokumentiert werden. In Nordrhein-Westfalen hat Klimaschutzminister Johannes Remmel (Grüne) gemeinsam mit der EnergieAgentur. NRW Kommunen und Kreise mit dem European Energy Award ausgezeichnet. Insgesamt erhielten 21 Städte und Gemeinden sowie zwei Kreise die Auszeichnung – sieben davon den EEA in Gold. Insgesamt nehmen in NRW rund 115 Kommunen am kommunalen Energiemanagementverfahren EEA teil. Der Marktteil der neuen Ausgabe enthält den aktuellen Heizöl-Preisvergleich zwischen den Bundesländern, die aktuellen Ökostromtarife und Stromtarife, die neuesten Entwicklungen des Strompreises im Großhandel, den aktuellen VIK-Strompreisindex, sowie die Ergebnisse der neuen Dow-Jones-Umfrage zur Preisentwicklung am Gas- und Strommarkt bzw. am Markt für CO2-Emissionsrechte. Ein weiterer Artikel befasst sich mit dem Energieverbrauch in Deutschland. Dieser wird diesem Jahr voraussichtlich um etwas mehr als zwei Prozent ansteigen. Die von der AG Energiebilanzen auf Basis des Verbrauchs der ersten neun Monate erstellte Jahresprognose geht davon aus, dass der Energieverbrauch in Deutschland 2013 eine Gesamthöhe von etwa 14.000 Petajoule (PJ) beziehungsweise rund 479 Mio. Tonnen Steinkohleneinheiten (SKE) erreichen wird. Nur ein starker und andauernder Kälteeinbruch könnte noch zu einer merklichen Abweichung von der Prognose führen, heißt es seitens der AG. Der Politikteil von EUWID Energieeffizienz Nr. 23 greift die Vorschläge im Papier der im Rahmen der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD gegründeten Arbeitsgruppe Energie auf. Die jetzt bekannt gewordenen Vorschläge zum Thema Energieeffizienz sind Verbänden aus der Energiebranche nicht konkret genug. In dem Artikel kommen die Ansichten der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff), des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), des Bundesverbandes Kraft-Wärme Kopplung (BKWK) sowie des Verbandes für Wärmelieferung (VfW) zur Sprache. In Baden-Württemberg das Landesumweltministerium seinen ersten Monitoring-Bericht zur Energiewende im Südwesten veröffentlicht. Schwerpunkt der Studie, die das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) in Stuttgart im Auftrag des Ministeriums erarbeitet hat, ist das Thema Versorgungssicherheit im Stromsektor. Außerdem wurde Landesumweltminister Franz Untersteller (Grüne) der offizielle Abschlussbericht der Arbeitsgr
uppen der Contracting-Offensive Baden-Württemberg übergeben. Die Offensive hatte zwischen Juli 2012 und Juli 2013 die Möglichkeiten und Chancen des Energie- Contractings als Motor für die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen in Gebäuden untersucht. Ausgabe 21 von EUWID Energieeffizienz bietet darüber hinaus neben Praxismeldungen über aktuelle Projekte, Produkte und Zertifizierungen auch Kurzmeldungen und Berichte über Kommunen, Ausschreibungen, Personen, politische Entwicklungen, einen Terminkalender mit Veranstaltungen sowie Literaturhinweise rund um die Themen Energieeffizienz, Contracting und Energiedienstleistungen, Kraft-Wärme-Kopplung, Gebäudetechnik, Energiemanagement, Smart Metering und energetische Gebäudesanierung.

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