Der stürmische Jahreswechsel hat gezeigt, dass eine Vollversorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien in Deutschland schon heute möglich ist. An Neujahr stammten zeitweise 95 Prozent des Stroms aus regenerativen Quellen. Hier traf ein hohes Angebot von Windstrom auf eine geringe Stromnachfrage am Feiertag. Auch für das Jahr 2017 ist die Bilanz am Strommarkt ermutigend. Hier wurden 36,1 Prozent der Elektrizität von regenerativ betriebenen Stromerzeugern beigesteuert.

So erfreulich diese Zahlen sind, noch ist das Energiesystem nicht abgestimmt auf die wachsende Volatilität der Stromerzeugung. Weiter kommt es zu teuren Abregelungen von regenerativen Stromerzeugern. Um dies künftig zu vermeiden, muss das Gesamtsystem deutlich flexibler werden. Stichworte sind hier Netzausbau, Demand-Side-Management, steuerbare regenerative Energieerzeugung, Energiespeicher und Sektorkopplung. Gerade die Verbindung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr bietet große Chancen, die Effizienz der Energiewende zu steigern und ihr in den Sektoren Wärme und Verkehr neue Impulse zu verleihen – hier hapert es nämlich noch gewaltig.

Herausforderungen der Energiewende groß, aber lösbar

Die Herausforderungen der Energiewende sind mithin groß, aber sie sind lösbar. Und sie sind notwendigerweise zu lösen, wenn man den Klimaschutz ernst nimmt. Die von den Sondierern einer möglichen weiteren Großen Koalition ausgesendeten Signale, die auf ein Herschenken des 2020-Klimaschutzziels schließen lassen, sind vor diesem Hintergrund durchaus irritierend. Erforderlich wäre ein dynamischer Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energiequellen und die Anpassung des regulatorischen Kontexts, der die Flexibilisierung der Energiesystems erschwert.

Selbst, wenn es zu spät ist, die Klimaschutzziele für 2020 noch zu erreichen: Ein Weg, der aufzeigt, wie Versäumnisse der vergangenen Jahre aufgeholt werden können, wäre eine positive Perspektive. Ein schlichtes Aufgeben der 2020-Ziele ist das nicht – wenngleich die aus den Sondiererkreisen an die Presse durchgestochenen Informationen nicht das letztendliche Ergebnis einer Einigung zwischen den Koalitionären beschreiben müssen.

Erneuerbare Energien werden immer billiger – Energiespeicher auch

Die Entwicklung der technischen Möglichkeiten zur Lösung der Flexibilitätsprobleme und zur Kopplung der Sektoren schreitet in hohem Tempo voran und mancher Beobachter – auch in der Politik – kommt in seinem Verständnis der Potenziale kaum hinterher. Die Kosten der Erzeugung von regenerativem Strom sinken zudem immer weiter. Auch die Kosten der Speicherung von Strom sinken immer weiter. Und in der Kombination steigt die Menge an Möglichkeiten, die Energiewende kostengünstig und effizient zu gestalten.

Flexibilitätsoption Energiespeicher Kernthema der ersten Ausgabe von EUWID Neue Energie im neuen Jahr

Der Titel der ersten Ausgabe von EUWID Neue Energie im neuen Jahr befasst sich mit der Flexibilitätsoption Energiespeicher. Das Fraunhofer ISI hat seine Energiespeicher-Roadmap aktualisiert und zeigt, dass die Zellkosten für Batteriespeicher in den kommenden Jahren weiter deutlich sinken werden. Zugleich nimmt die Energiedichte der Batterien zu.

Gravimetrische Energiedichte wird auf 300 bis 350 Wattstunden je Kilogramm steigen

Die Wissenschaftler prognostizieren eine gravimetrische Energiedichte von 300 bis 350 Wattstunden je Kilogramm und eine volumetrische Energiedichte von 1.000 oder mehr Wattstunden je Liter. Erreichbar sei dies mit Nickel-reichen- und Hochenergie-NMC-Kathoden sowie mit auf Silicium-Kohlenstoff-Kompositen basierenden Hochkapazitätsanoden mit bis zu 20 Prozent Silicium-Anteil.

Baustelle Wärmewende: Cloud&Heat-Chef wirbt für Energieeffizienz in Rechenzentren

Eine große Baustelle der Energiewende bleibt der Wärmesektor. In vielen Fällen ist hier die Ineffizienz beim Energiekonzept ein Problem. So produzieren etwa Rechenzentren große Mengen an Abwärme, die ungenutzt bleibt. Hier setzt das Unternehmen Cloud&Heat an, das im Frankfurter Eurotheum ein „grünes“ Rechenzentrum eröffnet hat. Wie Cloud&Heat hier Einsparpotenziale hebt, erklärt CEO Nicolas Röhrs im EUWID-Interview.

EUWID Neue Energie

EUWID Neue Energie 1/2-2018 erscheint am 10. Januar und umfasst 60 Nachrichten, Berichte, Analysen und Übersichten auf 32 Seiten. Kernfragen der redaktionellen Arbeit des Teams von EUWID Neue Energie sind:

  • Wie gelingt der Umbau der traditionellen Energiewirtschaft hin zu einem auf regenerativen Quellen basierenden Energiesystem der Zukunft?
  • Und wie können die Akteure am Markt den Umbauprozess für sich ökonomisch und gewinnbringend gestalten?

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5 Beiträge, die wir Ihnen in EUWID Neue Energie 1/2-2018 besonders ans Herz legen wollen:

1. Bioenergie – Envitec bleibt trotz Branchenproblemen auf Erfolgskurs

Envitec Biogas will mit Anlagenbau einen positiven Ergebnisbeitrag liefern

2. EEG 2017: Wie laufen die Vorbereitungen auf die gemeinsamen Ausschreibungen für Wind- und Solarstrom?

Gemeinsame Wind- und Photovoltaik-Ausschreibungen: BNetzA legt Verteilernetzausbaugebiete fest

3. Energiespeicher: Welche Technologien haben welche Perspektiven unter den Batteriespeichern?

„Optimierte Lithium-Ionen-Batterien haben in Zukunft höchsten Energiedurchsatz“

4. Bilanz für 2017: Fortschritte am Strommarkt – Defizite bei der Energieeffizienz

Agora Energiewende: Energieeffizienz-Fortschritte sind zu gering

1 KOMMENTAR

  1. Mit 7 Cent je KWh EEG ist mit Strom auf dem Wärmemarkt selbst mit Wärmepumpen nicht viel zu machen.
    Gas unter 6 Cent ist da die bessere Alternative.

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