Noch ein Jahresrückblick?!? Muss das sein? Muss nicht, aber wir sind auch nicht böse, wenn ihr schnell darüber hinweggeht.

Trotzdem ist es vielleicht ganz interessant, sich noch einmal das ein oder andere Energiewende-Highlight des zu Ende gehenden Jahres in Erinnerung zu rufen. Kurz und schmerzlos – versprochen… Und wer noch nicht abgesprungen ist: Wir wünschen unseren Lesern schöne und ruhige Festtage und einen guten Start in das Neue Jahr!

1. ) Januar: Irena fordert mehr Tempo bei der Energiewende

Viel zu langsam – das ist die Kernaussage der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (Irena) zur weltweiten Energiewende. Vor allem im Wärme- und Verkehrssektor steht die Nutzung nachhaltiger Energiequellen noch ganz am Anfang.

IRENA fordert mehr Tempo bei der Energiewende und sieht Sektorkopplung als Schlüssel

2. ) Februar: Caterva präsentiert Betriebssystem für virtuellen Großspeicher

Die Schwankungen in der Stromproduktion nehmen mit einem zunehmenden Anteil von fluktuierenden erneuerbaren Energien immer weiter zu. Dieses Problem gilt es zu lösen – und die Angebote und Lösungen dafür existieren. Eine davon bietet der Stromspeicher-Experte Caterva.

Caterva präsentiert Betriebssystem für virtuellen Großspeicher

3. ) März: Wie verändert die Elektromobilität Wertschöpfungsketten in der Automobilwirtschaft?

Die Elektromobilität kommt – und sie hat massive Auswirkungen auf die Automobilindustrie und Zuliefererbranchen. Doch wie begegnet man diesen Herausforderungen? Das BMWi hat sich diese Frage gestellt.

Wie verändert die Elektromobilität Wertschöpfungsketten in der Automobilwirtschaft?

4. ) April: Installierte Photovoltaikleistung weltweit: Die Top 10 im Länder-Ranking

Deutschland war viele Jahr lang die Nummer 1 beim Ausbau der Photovoltaik. Die Produktionskosten für Solarstromanlagen sind inzwischen so niedrig, dass weltweit der Ausbau der Stromerzeugung aus Sonnenenergie vorangebracht wird. Ganz vorne steht inzwischen China, Deutschland ist beim Bestand aber immer noch eines der führenden Länder – für den Zubau gilt das schon einige Jahre nicht mehr.

Installierte Photovoltaikleistung weltweit: Die Top 10 im Länder-Ranking

5. ) Mai: Maßgeschneiderte Geschäftsmodelle: IBC Solar baut Zusammenarbeit mit Versorgern aus

Lange waren die traditionelle Energiewirtschaft und die Branche  der erneuerbaren Energien Gegner. Mit der – teils späten – Einsicht bei den klassischen Energieversorgern, dass regenerativen Energien die Zukunft gehört, haben sich immer mehr Interessenübereinstimmungen ergeben. Beide Seiten können davon profitieren.

Maßgeschneiderte Geschäftsmodelle: IBC Solar baut Zusammenarbeit mit Versorgern aus

6. ) Juni: EUWID Neue Energie geht neue Wege – Kommen Sie mit!

Ende Juni ist es soweit: EUWID Neue Energie geht mit einem neuen Konzept an den Start. Spürbar wird es mit der neuen Internetseite: Eine zielgruppenorientierte Berichterstattung, die sich um zwei Fragen dreht: Wie kann der Umbau des Energiesystems in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr technisch funktionieren? Und wie lassen sich für die Akteure am Markt auch wirtschaftliche Vorteile aus dem Umbauprozess generieren?

EUWID Neue Energie geht neue Wege – Kommen Sie mit!

7. ) Juli: System mit Datenbrille soll Instandhaltung von Windenergieanlagen erleichtern

Die Digitalisierung ist Herausforderung und Chance zugleich. Was sind Spielereien? Und wo entwickeln sich echte Marktvorteile? Auch bei der Wartung von Erneuerbaren-Anlagen spielt die Digitalisierung eine wachsende Rolle. Mit der “Datenbrille” wird der Realitätsraum von Servicetechnikern erweitert – sie können mehr sehen als ohne Brille und etwa technische Beschreibungen abrufen.

System mit Datenbrille soll Instandhaltung von Windenergieanlagen erleichtern

8. ) August: “Wären alle EEG-Anlagen zu heutigen Kosten finanziert, wäre EEG-Umlage nur halb so hoch”

Die erneuerbaren Energien waren früher einmal teuer. Doch das ist schon eine Weile her. Die medial oft geschürte Aufregung über die hohen Kosten der Energiewende betrifft dann in vielen Fällen auch historische Kosten, die sich heute auf dem EEG-Konto auswirken. Eine Analyse des Öko-Instituts zeigt, dass es heute schon deutlich günstiger wäre, den gleichen Ausbaustand bei den Erneuerbaren am Strommarkt zu erreichen. Aber Vorsicht bei der Interpretation: Ein Warten auf diese Entwicklung wäre keine wirkliche Option gewesen, denn die Fragezeichen sind groß, ob die erreichten Kostensenkungen ohne die Anschubförderung des EEG (und internationaler Nachzügler) in einem solch kurzen Zeitraum möglich gewesen wäre.

“Wären alle EEG-Anlagen zu heutigen Kosten finanziert, wäre EEG-Umlage nur halb so hoch”

9. ) September: Holzenergiebranche fordert in „Würzburger Erklärung“ faire Bedingungen

Kein einfaches Jahr für die Bioenergiebranche. Wind, Solar, Elektromobilität: Das sind die Themen, die als erstes genannt werden, wenn es um die Bausteine der Energiewende geht. Der Beitrag der Bioenergie wird dabei oft vergessen – und das obwohl sie bislang mit Abstand den größten Beitrag zur Energiewende leistet. Denn auch wenn die Potenziale am Strommarkt begrenzt sind: Die Bioenergie bietet eine erprobte und zuverlässige Lösung zur Senkung von Treibhausgasemissionen gerade in den Bereichen Wärme und Verkehr. Probleme gibt es auch, da internationale Handelsströme von Biomasse-Rohstoffen Nachhaltigkeitsfragen aufwerfen. Aber hier sollte angesichts der Dringlichkeit der Energiewende eine differenzierte Debatte geführt werden.

Holzenergiebranche fordert in „Würzburger Erklärung“ faire Bedingungen

10. ) Oktober: „Bundesregierung sollte dringend die Ausbauziele der Photovoltaik anheben“

Der Umstieg auf Ausschreibungen für (größere) Photovoltaik-Projekte lässt die Förderkosten weiter purzeln. Beim Oktober-Termin wird erstmals die 5-Cent-Marke unterschritten. Die Branche fordert die Anhebung der Ausbauziele für die Photovoltaik. „Wir können es uns nicht länger leisten, einen Großteil der möglichen Sonnenernte in Deutschland nicht einzuholen“, sagt Carsten Körnig, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar). „Bei dem erreichten Preisniveau spricht alles für einen deutlich dynamischeren Ausbau der Solarenergie.“

„Bundesregierung sollte dringend die Ausbauziele der Photovoltaik anheben“

11. ) November: „Unternehmen mit innovativen Geschäftsmodellen erfüllen die Frauenquote“

Es ist ein Phänomen in vielen Wirtschaftszweigen, in der Energiebranche ist es ausgeprägt: Es mangelt an Frauen in Führungsfunktionen. Dass sich da manches Unternehmen einen “Luxus” leistet, der auf Kosten der eigenen Chancen an sich wandelnden Märkten geht, macht Claudia Kemfert im EUWID-Interview deutlich. “Der Zugang von Frauen zu den höchsten Führungspositionen muss dringend verbessert werden”, sagt Kemfert.

„Unternehmen mit innovativen Geschäftsmodellen erfüllen die Frauenquote“

12. ) Dezember: 2017 kein gutes Jahr für die dezentrale Energiewende

Unser Fazit: 2017 geht nicht als ein Jahr in die Geschichte ein, das die Energiewende weit vorangebracht hat – zumindest nicht in Deutschland. Manche internationale Entwicklung wie die Amtseinführung des praktizierenden Klimawandelleugners Donald Trump als US-Präsident haben die Atmosphäre belastet. Und auch hierzulande gibt es Strömungen, deren Repräsentanten ähnliche Sprachmuster wie der US-Präsident verwenden.

Mut macht die ökonomische Bilanz: Erneuerbare Energien werden immer günstiger, Energiespeicher werden günstiger und in Summe nimmt die Zahl von erschwinglichen Lösungen für Herausforderungen des Netzbetriebs zu. Mit der Digitalisierung wachsen Angebot und Nachfrage an den Energiemärkten immer mehr zusammen und auch dies ist geeignet, die Flexibilität des Gesamtsystems zu steigern. Insofern ist dann auch der Ausblick auf das Jahr 2018 nicht gänzlich getrübt.

2017 kein gutes Jahr für die dezentrale Energiewende

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