Ispex: Energiepreise für Industrie und Gewerbe unterlagen 2016 großen Schwankungen

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Die Energiepreise für Unternehmen unterlagen im vergangenen Jahr großen Schwankungen. Das berichten die Energieexperten der Bayreuther Ispex AG, die die Strom- und Gaspreisentwicklungen für den Dezember analysiert und die Gesamtpreisentwicklung des Jahres 2016 unter die Lupe genommen haben. Im Dezember 2016 waren die Energiepreise einmal mehr heftigen Schwankungen ausgesetzt und stiegen zum Monatsende auf Jahreshöchstwerte. Die Entwicklung im Dezember war damit symptomatisch für die Entwicklung des gesamten Jahres 2016, heißt es. Es sei geprägt gewesen von Preisschwankungen und einem anhaltenden Aufwärtstrend. Beides habe es in dieser Form seit Jahren nicht mehr gegeben. Die Strom- und Gaspreise für Industrie und Gewerbe sind im Verlauf des Jahres 2016 angestiegen, liegen im Durchschnitt aber noch deutlich unter den Preisen des Vorjahres. Das ergab die Analyse der Zahlen für den Ispex Energiepreisindex des vergangenen Jahres. Der durchschnittliche Gaspreis lag 2016 bei 1,67 ct je kWh, gegenüber 2,19 ct je kWh im Jahr 2015. Das sei fast die Hälfte des Durchschnittspreises von vor fünf Jahren. Die durchschnittlichen Strompreise im Rahmen von Ausschreibungen und Auktionen lagen für die Unternehmen mit 2,99 ct je kWh erstmals unter der Drei-Cent-Marke. 2015 lagen die Strompreise mit durchschnittlich 3,52 ct je kWh noch deutlich darüber. „Ob die günstigsten Preise realisiert werden konnten, lag jedoch sehr an der Einkaufsstrategie und dem jeweiligen Zeitpunkt, zu dem Industrie und Gewerbe ihre Strom- und Gasmengen geordert haben“, so der Vorstandsvorsitzende der Ispex AG, Stefan Arnold. Grund hierfür seien die seit Jahren nicht mehr dagewesenen Schwankungen der Strom- und Gaspreise im Jahresverlauf. Der Dezember habe die Unternehmen anfänglich mit günstigen Strompreisen gelockt. Lagen die Werte im November noch bei 3,70 ct je kWh, fielen sie im Dezember auf 3,40 ct je kWh und waren damit ungefähr auf Oktoberniveau. Ispex macht dafür zwei Gründe verantwortlich. Erstens griffen die Unternehmen im Dezember gerne zu, da die Strompreise noch niedriger als Ende November lagen und somit noch bessere Konditionen bei der Energiebeschaffung eröffneten. Zweitens nutzten die Unternehmen hauptsächlich die erste Dezemberhälfte für den Einkauf. Die fallenden Preise in den ersten Januartagen könnten der Vorbote einer Entwicklung hin zu einem Ende des Preisanstiegs oder sogar zu dessen Umkehrung sein. Ähnlich wie die Strompreise wurden auch die Gaspreise Anfang Dezember günstiger. Auch hier ermunterte der erhebliche Abfall der Börsenpreise die Unternehmen zum Einkauf. Der Gaspreis, der im Durchschnitt geboten wurde, fiel von 1,81 ct je kWh auf 1,74 ct je kWh und war somit wieder auf Novemberniveau. Auch das Gaspreisniveau lag im Jahr 2016 wieder unter dem des Vorjahres. Vordergründig betrachtet, folgen sowohl die Gas- wie auch die Strompreise einem kontinuierlichen Abwärtstrend in den letzten Jahren. Es müsse allerdings berücksichtigt werden, dass die Preise im ersten Quartal besonders niedrig waren. Ab dem zweiten Quartal drehte der Markt und mündete in einen Aufwärtstrend, der sich über das Jahr hinweg fortsetzte. „Eine pauschale Aussage über die langfristigen Preisaussichten ist allerdings kaum möglich. Diese sind immer abhängig von den Entwicklungen an den Energiebörsen und Großhandelsplätzen, welche ihrerseits von einer Vielzahl von Einflussfaktoren bestimmt werden. Offensichtlich wurde im Jahr 2016 aber, dass die Annahme, die Energiepreise entwickelten sich nur in eine Richtung, nämlich abwärts, nicht weiter Bestand hat“, so Arnold. Wie bei den Strompreisen verzeichneten auch die Gaspreise an den Großhandelsmärkten einen nochmaligen Preisabfall Anfang Dezember, stiegen dann aber kontinuierlich. Die meisten beeinflussenden Faktoren auf die Strompreise gelten Ispex zufolge auch für die Entwicklung der Gaspreise. Die Stabilisierung der Kohle- und Ölpreise stütze auch das Gaspreisniveau. Hinzu komme beim Gas die kältere Witterung, die die Preise in die Höhe getrieben habe und dort halte. Die dadurch entstandene höhere Nachfrage werde durch die Verknappung zusätzlich verstärkt. Gründe für die Verknappung des Angebots seien Speicherwartungen und geringere LNG-Lieferungen als gedacht. „Für demnächst wieder sinkende Gaspreise spricht allerdings das wohl bevorstehende Ende des Anstiegs der Kohle- und Ölpreise. Anders als bei den Strompreisen könnte bei den Gaspreisen der steigende Preistrend aber noch etwas länger anhalten, wenngleich auch hier eine Grenze nach oben besteht, die eine Kursexplosion verhindern sollte“, meint Arnold. Einen Überblick über Energiesparmöglichkeiten für Unternehmen verschafft ein Dossier von EUWID Neue Energie.

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