Investitionen in grüne Energien in Deutschland 2016 zurückgegangen

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Die Investitionen in grüne Energien in Deutschland sind im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf 14,3 Mrd. € gesunken. Das zeigt eine aktuelle Analyse von Bloomberg New Energy Finance (BNEF). Allzu großen Grund zur Sorge bieten die Zahlen für sich genommen nicht, da der Rückgang des Investitionsvolumens vor allem auch mit weiter gesunkenen Kosten für neue Wind- und Solaranlagen zu tun hat. Auf einem ganz anderen Blatt stehen die politischen Rahmenbedingungen mit dem Umstieg auf Ausschreibungen als Förderinstrument im Zuge des EEG 2017.

EUWID Neue Energie 3/2017 stellt die Investitionstrends an den weltweiten Märkten für neue und erneuerbare Energien auf dem Titel vor. Insgesamt umfasst die am 18. Januar veröffentlichte Ausgabe des Energie-Branchendienstes 91 Berichte, Nachrichten und Analysen zum Umbau des Energiesystems. Den Überblick über sämtliche Themen der Ausgabe haben wir hier zusammengestellt.

Die Entwicklung der deutschen Investitionen in die Energiewende entspricht im Wesentlichen dem weltweiten Trend. Laut BNEF wurden 2016 insgesamt 287,5 Mrd. US-Dollar investiert, ein Minus von 18 Prozent. Neben dem Rückgang der Preise für Neuanlagen spielt in der globalen Betrachtung auch die Schwäche wichtiger Märkte in Asien eine Rolle. So hat China gegenwärtig das Problem zu lösen, den Strom aus den in den vergangenen Jahren massiv zugebauten Erneuerbaren-Anlagen auch an die Verbraucher zu bringen. Hier gibt es erheblichen Nachholbedarf in der Netzinfrastruktur.

Mit Blick auf die Energiewende in Deutschland befasst sich EUWID Neue Energie unter anderem mit dem Einfluss der Biokraftstoffpolitik auf die Rohstoffmärkte. Die auf die Minderung von Treibhausgasen (THG) ausgerichtete deutsche Biokraftstoffpolitik beeinflusse die Preise und Absatzchancen von Raps, Getreide und Zuckerrüben aus heimischem Anbau sowie die Futtermittelmärkte, heißt es in einer von der Biokraftstoffbranche in Auftrag gegebenen Studie. EUWID Neue Energie stellt die Studie vor.

60 Prozent der Gebäudeexperten in Europa haben keine persönlichen Erfahrungen mit Energiedienstleistungen wie Energiespar-Contracting gemacht

Eine Analyse des von der Berliner Energieagentur (BEA) koordinierten EU-Projekts „Guarantee“ zeigt, dass im Energiedienstleistungsbereich in Europa noch erhebliche Defizite existieren. Noch immer hätten 60 Prozent aller Gebäudeexperten in der EU keine persönlichen Erfahrungen mit Energiedienstleistungen wie dem Energiespar-Contracting gemacht und ständen solchen Modellen abwartend und teilweise skeptisch gegenüber, obwohl in vielen großen öffentlichen und privaten Gebäuden immer noch hohe Energieeinsparpotenziale schlummerten, heißt es. Thema in EUWID Neue Energie ist in der aktuellen Ausgabe auch wieder die „Blockchain“. Die Projektpartner ZF, UBS und innogy haben ein „Blockchain Car eWallet“ vorgestellt, eine elektronische Geldbörse, die eigenständig vorab definierte Zahlungsvorgänge übernimmt und auf einer Blockchain-Technologie basiert. Für die Nutzer verspricht das einen hohen Komfort: Zahlungsvorgänge – etwa beim Laden des Elektroautos – könnten automatisch abgewickelt werden. Auch das Zahlen einer Maut wäre ein möglicher Anwendungsfall. Das eWallet kann aber im Kern noch mehr: Der Fahrer könnte seine Geldbörse autorisieren, dem Netzbetreiber einen beschränkten Zugang zum Batteriespeicher zu gewähren und Strom abzugeben oder aufzunehmen. Damit wäre die Technologie perspektivisch geeignet, Aufgaben der Netzstabilisierung zu übernehmen.

Weitere Themen in EUWID Neue Energie 3/2017:

  • Bioethanolhersteller CropEnergies und Verbio steigern ihre Prognosen für 2016/2017: Die Bioethanolhersteller CropEnergies und Verbio haben ihre Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2016/2017 erhöht. Die Geschäfte brummen und die Anlagen sind gut ausgelastet.
  • TWL baut Regelkraftwerk mit 8-MW-Batterie: Der Ludwigshafener Versorger TWL errichtet ein Regelkraftwerk, das aus Batterie und Gasturbine besteht. Mit dem Bau der Anlage nimmt TWL an dem bundesweiten Forschungsprojekt Sinteg teil.
  • Caterva und Vattenfall vermarkten virtuellen und realen Großspeicher: Die Vattenfall Europe Innovation GmbH, Hamburg, und die Caterva GmbH, Pullach, kooperieren bei der Weiterentwicklung des von Caterva entwickelten Energiemanagementsystems für Stromspeicher. Auch bei der Vermarktung von Stromspeichern in Haushalten und von Batterie-Großspeichern planen die Unternehmen eine Zusammenarbeit.

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