Intersolar Award: Next Kraftwerke, SMA Solar und SUNfarming unter den Gewinnern

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Next Kraftwerke hat mit seinem virtuellen Kraftwerk „Next Pool“ den Intersolar Award in der Kategorie „Herausragende Solar Projekte“ gewonnen. Mit 4.200 mittleren und kleinen Einheiten und einer Gesamtleistung von fast 3.000 MW betreibe das Unternehmen eines der größten virtuellen Kraftwerke Europas, betonen die Veranstalter der Intersolar.
 

Durch die digitale Vernetzung überbrückt Next Pool die Lücken, die durch die schwankenden Energieeinspeisungen entstehen. Echtzeitdaten der Anlagen geben Aufschluss über Leistung und Zustand jeder einzelnen Komponente. Real-Time-Informationen und Daten von Schnittstellen zu mehr als 15 Wechselrichterherstellern machen noch detailliertere Prognosen möglich. Für die Jury habe das Geschäftsmodell eine große Bedeutung für die Entwicklung regulatorischer Rahmenbedingungen. Gewürdigt wurde außerdem der geleistete Beitrag zur künftigen Entwicklung der weltweiten Energieversorgung. Im Folgenden werden die anderen Gewinner des Intersolar Awards kurz vorgestellt:

Kategorie „Photovoltaik“

Ciel & Terre International – Schwimmende PV-Anlagen für Gewerbe und Industrie: Das französische Unternehmen Ciel & Terre International hat mit der modularen und skalierbaren Hydrelio-Technik eine Lösung entwickelt, bei der Solarmodule auf schwimmende Plattformen montiert werden. Da das Wasser die Solarmodule automatisch kühlt, steigt die Energieausbeute der Anlage. Die Wasserqualität werde durch die schwimmende Anlage nicht beeinträchtigt, vielmehr schirme das Wasser vor zu großer Sonneneinstrahlung ab und reduziere auf diese Weise die Algenbildung. Die Hauptkomponenten von Hydrelio seien vollständig recycelbar. „Diese Technik leistet einen wichtigen Beitrag zur weltweiten Energiewende in diesem Nischenmarkt“, so das Urteil der Jury.

Hanwha Q Cells – Modul mit hohem Wirkungsgrad: Hanwha Q Cells (Südkorea/Deutschland) stellt nach Einschätzung der Jury mit seinem Modul Q.Peak RSF L-G4.2 360-375 eine preiswürdige Neuerung vor. Neben seinem hohen Wirkungsgrad überzeuge das Modul mit Produktnachhaltigkeit und einer einfachen Systemintegration. Der Rahmen besteht aus gefalztem Stahl statt aus Aluminium, was die CO2-Bilanz des Moduls um etwa 15 Prozent verbessere. Darüber hinaus führe ein neu entwickeltes Montagekonzept sowohl zu einer schnelleren Installation und geringeren Arbeitskosten, als auch zu einer 80-prozentigen Reduktion an Montagematerial. Die Jury lobte die Kombination aus innovativem Design und Produktnachhaltigkeit.

SMA Solar Technology – Einzigartiges Wechselrichter-Design: Der deutsche Anbieter von Solarenergie-Equipment SMA Solar Technology hat mit dem „SMA Sunny Tripower CORE1“ einen freistehenden String-Wechselrichter entwickelt, der für die Nutzung auf Gewerbedächern und in Freiflächenanlagen optimiert wurde. Der Wechselrichter könne durch eine optimierte Installation und einfache Konfiguration schnell ans Netz angeschlossen werden, betont die Jury. Zusammen mit einem neuen, aktiven Kühlsystem entstehe ein „einzigartiges Design“ mit einfachem Zugriff auf alle Komponenten und Anschlüsse für Gleich- und Wechselstrom. Effektive Steuerfunktionen sorgten für die einfache Integration in das Stromsystem. Mit dem zertifizierten SMA Sunny Tripower CORE1 könnten im Vergleich zu anderen SMA-Produkten auf dem Markt pro Watt 20 Prozent der Kosten eingespart werden, heißt es. Die Jury jedenfalls war von der Wirtschaftlichkeit des technischen Designs sowie der verbesserten Handhabung des Produkts überzeugt.

Kategorie „Herausragende Solare Projekte“

Universität Hohenheim und Phaesun – Stabile Milch-Kühlkette dank Solarenergie: Das Gemeinschaftsprojekt der Universität Hohenheim und ihrem Technologiepartner Phaesun wurde von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) initiiert. Phaesun ist Spezialist für den Verkauf, die Installation und den Betrieb von netzfernen Photovoltaik- und Windenergiesystemen. Das jetzt ausgezeichnete System setzt in Kenia und Tunesien Solarenergie zur Kühlung von Milch ein. Vor allem in Gebieten, die nicht an das Stromnetz angeschlossen sind, hält das Konzept die Kühlkette bei der Lagerung und dem Transport der Milch aufrecht. Das System beruht auf herkömmlichen Gleichstrom-Kühlschränken, die eine smarte Komponente besitzen: der Strombedarf für die Kühlung wird an die stündlich gewonnene Solarenergie angepasst und die Batterien durch Wärmespeicher in Form von Eis ersetzt. Die potenziellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Projekts sowie die Ausrichtung als Business Case gaben den Ausschlag für die Jury-Entscheidung.

RAM Pharma – Solare Dampferzeugung für die Industrie: Das Pharmaunternehmen RAM Pharma (Jordanien) hat das erste Projekt zur direkten solaren Prozessdampferzeugung für industrielle Prozesswärme in Nahost und Nordafrika realisiert. Das Projekt vereint 18 LF-11 Fresnel-Kollektormodule, die Dampf mit einer Temperatur von 160 Grad Celsius erzeugen und parallel zu einem Heizkessel betrieben werden. Das System, das von Industrial Solar entwickelt wurde, kann jährlich bis zu 340 MWh liefern und dabei den Dieselverbrauch um über 35.000 Liter senken.

SUNfarming – Nahrung und Energie unter einem Dach: Die deutsche SUNfarming hat als Investmentcontroller und Projektentwickler das „Food & Energy Training Project“ umgesetzt. Mit dem Ziel, Lebensmittel und Energie wirtschaftlich und zugleich ressourcenschonend an ein und demselben Ort zu produzieren, sind 15 agro-solare Gewächshäuser auf dem Campus der North West University in Südafrika entstanden. Studierende und Bürger können hier ihr Wissen ausbauen und Fertigkeiten weiterentwickeln. Das Projekt zeigt außerdem, wie sich Photovoltaik in die agro-solaren Unterkonstruktionen großer Lebensmittel- und Energieanlagen integrieren lässt. Die Jury war von dem weltweiten Entwicklungspotenzial sowie dem großen gesellschaftlichen Nutzen einschließlich der Schaffung neuer Arbeitsplätze beeindruckt.

Goldbeck Solar – Perfekte Kombination aus Abfallwirtschaft und Klimaschutz: Goldbeck Solar konzipiert, baut und betreut PV-Freiland- und Dachanlagen in ganz Europa. Für die Deponie Hellsiek in Detmold hat das Unternehmen eine Photovoltaikanlage als Abdeckung der Deponie installiert. Sie verhindert, dass sauberes Regenwasser in die Deponie sickert und dort verschmutzt wird. Zugleich erzeugt sie solare Energie. Die Hybridlösung sei ressourcenschonend und kostengünstiger als herkömmliche Anlagen, da sie eine Doppelnutzung ermögliche – zur Müllentsorgung und Energieerzeugung. Das skalierbare System reduziert den CO2-Ausstoß jährlich um mehr als 7.000 Tonnen. Die Jury habe der hohe Innovationsgrad sowie die Verwendung kostengünstiger PV-Standardkomponenten in einem innovativen und wichtigen Anwendungsgebiet überzeugt, heißt es.

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