Internationale Energie-Agentur (IEA) fordert „tiefgreifende Energiewende“ bis 2050

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Eine „tiefgreifende Energiewende“ wird nach Einschätzung der Internationalen Energie-Agentur (IEA) bis zum Jahr 2050 benötigt, um den Anstieg der globalen Temperaturen auf unter zwei Grad zu begrenzen. Ganz ohne fossile Energien kann sich die IEA die Welt im Jahr 2050 aber auch nicht vorstellen.
 
Bis 2050 werde eine Verdopplung der durchschnittlichen energiebezogenen Investitionen gegenüber ihren heutigen Niveaus benötigt, heißt es in dem Bericht „Perspectives for the Energy Transition – Investment Needs for a Low-Carbon Energy System“, der auf Wunsch der Bundesregierung als Input für die G20-Präsidentschaft erarbeitet wurde.
 

Dem Bericht zufolge müssten bis 2050 rund 95 Prozent des weltweit erzeugten Stroms mit CO2-armen Technologien – insbesondere Erneuerbaren – stammen, derzeit betrage er rund ein Drittel.

Sieben von zehn neuen Autos müssten Elektrofahrzeuge sein, gegenwärtig ist es nur eins von einhundert neuen Fahrzeugen. Der gesamte Gebäudebestand müsste energetisch aufgewertet und die CO2-Intensität der Industrie gegenüber dem heutigen Stand um 80 Prozent reduziert werden, heißt es weiter.

Bei den fossilen Energien werde insbesondere Erdgas im Jahr 2050 noch gebraucht. Die fossilen Energien würden auch dann noch 40 Prozent der Weltenergienachfrage decken, das wäre rund die Hälfte ihres heutigen Beitrags im Energiemix. Jährlich müssten jährlich weltweit 3.500 Mrd. US-Dollar in den Energiesektor fließen. Das sei in etwa das Doppelt des heutigen globalen Investitionsvolumens.

Struktur der Investitionen muss sich ändern

Die Struktur der Investitionen müsse sich zugleich ändern: Investitionen in fossile Brennstoffe müssten sinken und die Investitionen in regenerative Energien zeitgleich um 150 Prozent steigen. Nach Einschätzung der IEA müssten aber auch Investitionen in die Kernenergie, in Carbon Capture and Storage (CCS) und die Übertragungs- und Verteilnetze erhöht werden. Große Fortschritte würden auch im Bereich der Energieeffizienz benötigt, schreibt die IEA. 2015 seien 220 Mrd. US-Dollar in energieeffiziente Anwendungen und Technologien investiert worden. Diese Summe müsste sich bis 2050 verzehnfachen.

Die tiefgreifende Transformation erfordere eine ehrgeizige politische Flankierung, etwa durch eine schnelle Verringerung von Subventionen für fossile Brennstoffe, steigende CO2-Preise sowie umfassende Strommarktreformen zur Ertüchtigung der Märkte zur Aufnahme großer Mengen von regenerativem Strom. Auch sei eine stringente Ausrichtung an Dekarbonisierung und Energieeffizienz erforderlich. Der Bericht kann unter www.iea.org heruntergeladen werden.

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