Interesse an Kaufprämie für Elektroautos bleibt hinter Erwartungen

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Elektromobiliitaet
Symbolbild (Quelle: Fotoschlick - stock.adobe.com)

Das Interesse an der staatlichen Kaufprämie für Elektroautos bleibt in Deutschland bisher hinter den Erwartungen zurück. Wie aus Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) zum 31. Dezember 2017 hervorgeht, sind seit der Einführung der Prämie im Juli 2016 nur etwas mehr als zehn Prozent der Fördergelder beantragt worden.

„Für die Förderung stehen insgesamt 600 Mio. € zur Verfügung“, sagte Bafa-Präsident Andreas Obersteller gegenüber der Tageszeitung „Welt“. „Aktuell spricht einiges dafür, dass die Mittel nicht bis zum Ende der Förderung Mitte 2019 ausgeschöpft sind“. Der Bafa-Präsident regte deshalb an, das Geld anderweitig zur Förderung der Elektromobilität einzusetzen.

Bayern, NRW und Baden-Württemberg führen deutlich

Insgesamt seien bisher 46.897 Anträge gestellt worden. Davon entfallen 27.217 auf reine Elektrofahrzeuge, zusätzlich wurden 19.664 Plug-in-Hybride sowie 16 Brennstoffzellenfahrzeuge gefördert. Die meisten Anträge stellten Privatpersonen mit einer Anzahl von 21.616. Es folgten Unternehmen mit 24.501 Anträgen, kommunale Betriebe mit 297 Anträgen und Körperschaften mit 252 Anträgen. Die restlichen Anträge entfielen auf Vereine, kommunale Zweckverbände und Stiftungen. Regional betrachtet häuften sich die Anträge vor allem in Bayern und Nordrhein-Westfalen mit je knapp 10.000 sowie in Baden-Württemberg mit knapp 9.000.

Norwegen als Vorbild

Norwegen zeigt unterdessen, wie es auch anders geht. Wie aus aktuellen Zahlen des Informationsbeirats für den Straßenverkehr OFV hervorgeht stellten emissionsfreie Autos, zu denen alle reinen Elektroautos sowie Brennstoffzellenautos zählen, im vergangenem Jahr 20,9 Prozent aller Neuzulassungen. Auf Hybridfahrzeuge entfielen weitere 31,3 Prozent, so dass insgesamt über die Hälfte aller Neuwagen Elektro- oder Hybridautos waren. Im Vorjahr waren es noch 15,7 bzw. 24,5 Prozent.

Bis 2025 sollen in Norwegen keine Verbrenner mehr zugelassen werden. Dieses Ziel will das Land erreichen, indem Elektroautos nahezu komplett von Steuern befreit werden, während Verbrenner stark belastet werden. Zudem profitieren die Fahrer von Elektrofahrzeugen von weiteren Begünstigungen wie einer kostenlosen Nutzung der Mautstraßen, Fähren, Parkplätzen oder der Erlaubnis zum Fahren auf Busspuren.      

Top-5-Fahzeuge nach Anzahl der Anträge auf Kaufprämie: 

1. Audi A3 e-tron (Plug-in-Hybrid): 4.762 Anträge

Quelle: Audi

2. BMW i3 (Elektrofahrzeug, optional mit Range-Extender als Plug-in-Hybrid): 4.475 Anträge

Quelle: BMW

3. Renault Zoe, Intens (mit Batteriemiete): 3.651 Anträge

Quelle: Renault

4. Smart fortwo coupé electric drive (Modell 2017/BR453): 2.610 Anträge

Quelle: Smart

5. Volkswagen e-Golf (Modell 2017): 2.590 Anträge

Quelle: VW

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