Intelligentes Lademanagement: Lechwerke schließen Feldtest ab

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Der zweijährige Feldtest im Forschungsprojekt ePlanB der Augsburger Lechwerke (LEW) in Buchloe ist abgeschlossen. In den letzten beiden Phasen wurde das gesteuerte Laden von Elektroautos intensiv getestet und optimiert, teilten die LEW mit. Ziel war es, die Elektrofahrzeuge vorrangig mit regenerativer Energie aus regionalen Quellen zu laden, in erster Linie aus den Buchloer Photovoltaik-Anlagen rund um den Park-and-Ride-Platz am Bahnhof, wo der Praxistext stattfand.

Der regional erzeugte Strom sollte damit optimal vor Ort genutzt werden. Dadurch könne das Verteilnetz entlastet und die Netzinfrastruktur effizienter betrieben werden. Dank der intelligenten Steuerung konnte zum Laden der Fahrzeuge 40 Prozent mehr regenerativ erzeugter Strom aus der Region Buchloe genutzt werden als bei ungesteuerten Ladevorgängen, heißt es.

Zudem seien Leistungsspitzen im Stromnetz, die durch das zeitgleiche Laden von Elektroautos verursacht werden, vermieden worden. Insgesamt wurden zum Laden der Fahrzeuge mehr als 62.000 kWh regenerativ erzeugter Strom genutzt. Dadurch wurden rund 20.000 Liter Benzin eingespart. Bis zum offiziellen Projektende im Juni 2017 sollen alle Ergebnisse in einem Abschlussbericht zusammengefasst werden.

Sektorkopplung von Wärme und Verkehr

Das auf drei Jahre angelegte Forschungsvorhaben habe somit sein Hauptziel erreicht: Gemeinsam mit den Projektpartnern habe LEW ein intelligentes Lademanagement entwickelt, das die Batterien von geparkten Elektroautos dann auflädt, wenn die heimischen PV-Anlagen viel Strom in das Netz einspeisen. „Die Energiezukunft ist elektrisch – das gilt auch für den Wärme- und Verkehrssektor. Nur so wird uns der Umbau des Energiesystems langfristig gelingen. Unser Forschungsprojekt ePlanB zeigt eindrucksvoll, wie die Verbindung zwischen diesen Sektoren gelingen kann“, erklärte LEW-Vorstandsmitglied Norbert Schürmann.

„Das Projekt liefert uns auch wichtige Erkenntnisse zu einem bedarfsgerechten Ausbau der Ladeinfrastruktur, sowohl an Park-and-Ride-Plätzen als auch für vergleichbare Anlagen wie Tiefgaragen von Wohneinheiten oder für Fahrzeugflotten in Betrieben“, so die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker. „Das Projekt hat gezeigt, dass das gesteuerte Laden von Elektrofahrzeugen bereits zum aktuellen Stand der Technik möglich ist. Für die großflächige Umsetzung bestehen jedoch noch gewisse Hürden“, erklärt Prof. Wolfgang Mauch von der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE).

„Beispielsweise haben die Teilnehmer bei ePlanB den aktuellen Ladezustand der Batterie manuell über ein Online-Portal eingegeben. Will man das intelligente Lademanagement großflächig einführen, müssten diese Daten automatisch vom Fahrzeug zur Ladesäule übertragen werden. Hier sind die Fahrzeughersteller gefragt.“ Das Projekt ePlanB wird vom Landkreis Ostallgäu, der Stadt Buchloe, der Lechwerke AG (LEW), der LEW Verteilnetz GmbH (LVN) und der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) durchgeführt und vom Bayerischen Wirtschaftsministerium gefördert.

Den vollständigen Text können Sie in einer der kommenden Ausgaben von EUWID Neue Energie lesen.

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