Insolvenzverfahren über Windkraft-Projektierer Windwärts eröffnet

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Das Amtsgericht Hannover hat mit Wirkung zum 1. Mai das Insolvenzverfahren über die Projektentwicklungsgesellschaft Windwärts Energie GmbH eröffnet. Wie Windwärts mitteilte, sei nun Insolvenzverwalter Volker Römermann alleinig rechtlich handlungsfähig für das Unternehmen. Geschäftsführer Lothar Schulze bleibe in dieser Funktion im Unternehmen und solle den eingeschlagenen Sanierungskurs fortführen.

Für Römermann gilt es nun, einen Investor ins Boot zu holen. „Wir sind zuversichtlich, einen geeigneten Partner zu finden", sagte er Ende der vergangenen Woche. Entsprechende Gespräche fänden bereits statt, das Interesse an Windwärts sei groß, so Römermann. Darüber hinaus bereitet der Insolvenzverwalter derzeit eine vom Insolvenzgericht einberufene Gläubigerversammlung für den 31. Juli vor. “Auf dieser Versammlung möchten wir den Gläubigern darlegen, wie und mit welchem Partner Windwärts die schwierige Situation überwinden wird“, sagte Römermann. Der Projektierer aus Hannover hatte Anfang Februar Insolvenz angemeldet (EUWID 7/2014). Im vergangenen Dezember hatte Windwärts die Rückzahlung von 1,9 Mio. € Genussrechtskapital aussetzen müssen und die Zinszahlungen für vier zwischen den Jahren 2006 und 2013 aufgelegte Genussrechte in Höhe von insgesamt 1,3 Mio. € nicht auszahlen können. Im Januar 2014 hatte in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten festgestellt, „dass die Rückzahlungsansprüche der Genussrechtsinhaber entgegen der bisherigen Rechtsauffassung des Unternehmens bei der Prüfung der Zahlungsunfähigkeit berücksichtigt werden müssen“. Darauf hin hatte Geschäftsführer Schulze den Insolvenzantrag gestellt. Anfang März hat Windwärts vom Landkreis Hameln-Pyrmont die Genehmigungen zum Bau und Betrieb von sechs Windkraftanlagen des Projekts Coppenbrügge-Hohnsen erhalten. Wie Windwärts weiter mitteilte, haben die Gesellschafter des Unternehmens dem Verkauf des Projekts an einen Investor wenige Tage vor Verfahrenseröffnung ebenso zugestimmt wie bereits zuvor der vorläufige Gläubigerausschuss. Den entsprechenden Finanzierungsvertrag habe der Investor am 30. April unterzeichnet, die Zusage der finanzierenden Bank liege ebenfalls vor. Im Sommer dieses Jahres soll mit der Errichtung der sechs Enercon E-101 Anlagen mit insgesamt rund 18 MW begonnen werden. Überdies hat der Projektierer die Rechte am Windpark Titting im oberbayerischen Landkreis Eichstätt mit insgesamt acht Windenergieanlagen und einer Gesamtleistung rund 25 MW an den Ökostrom-Anbieter Naturstrom verkauft. Die Anlagen sollen im ersten Halbjahr 2015 ans Netz gehen.

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