Innogy-Zerschlagung: 7 Details zum Deal zwischen E.ON und RWE

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Strommasten-Leitungen
Quelle: singkham - stock.adobe.com

E.ON und RWE haben ihre Pläne, Unternehmensteile hin- und herzuschieben, konkretisiert und fokussieren nun ihre Aktivitäten. Es wurde vereinbart, im Rahmen eines weitreichenden Tauschs von Vermögenswerten und Geschäftsbereichen den gesamten durch RWE gehaltenen innogy-Anteil an E.ON zu übertragen, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Energiekonzerne.

Dabei soll E.ON zu einem “Impulsgeber der dezentralen Energiewelt” werden und RWE zu einem der führenden europäischen Unternehmen für erneuerbare Energien und Versorgungssicherheit.

1E.ON wird hochgradig fokussierter Betreiber europäischer Energienetze

E.ON wird laut den Plänen zu einem “hochgradig fokussierten Betreiber europäischer Energienetze und Anbieter moderner Kundenlösungen” und sei ideal positioniert, um als Innovationstreiber die Energiewende in Europa voranzutreiben. Damit bereite sich E.ON auf die steigenden und berechtigten Ansprüche der Energiekunden in Deutschland und Europa vor, etwa im Bereich der Elektromobilität oder der zunehmenden Vernetzung von Produktion und Angeboten in lokalen Netzstrukturen.

2RWE soll führender europäischer Erneuerbaren-Stromerzeuger werden

RWE werde zu einem führenden europäischen Stromerzeuger bei erneuerbaren Energien mit einem attraktiven Wachstumspotenzial, optimal kombiniert mit der Versorgungssicherheit aus konventionellen Kraftwerken und dem Energiehandel.

3E.ON erwirbt von RWE deren 76,8 Prozent-Anteil an innogy

E.ON erwirbt von RWE deren 76,8 Prozent-Anteil an innogy. Im Rahmen eines Tauschs von Geschäftsaktivitäten erhält RWE alle wesentlichen erneuerbaren Energieaktivitäten von E.ON und das erneuerbare Energiegeschäft von innogy, eine Minderheitsbeteiligung von 16,67 Prozent an der erweiterten E.ON sowie weitere Assets. RWE wird zudem 1,5 Mrd. € an E.ON zahlen, heißt es.

4E.ON unterbreitet Minderheitsaktionären von innogy freiwilliges Übernahmeangebot

E.ON unterbreitet den Minderheitsaktionären von innogy ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot. Der Gesamtwert dieses Angebots von 40,00 € je Aktie setzt sich aus dem Angebotspreis von 36,76 € je Aktie sowie den Zahlungen aus unterstellten Dividenden der innogy SE für die Geschäftsjahre 2017 und 2018 von insgesamt 3,24 € je Aktie zusammen.

5Signifikante Synergien erwartet

E.ON erwartet signifikante Synergien in Höhe von 600 bis 800 Mio. € jährlich, die ab 2022 realisiert werden sollen, heißt es. Beide Unternehmen halten an ihrem Ziel fest, ihr jeweiliges Investment Grade Rating beizubehalten.

6Maximal 5.000 Arbeitsplätze sollen bei erweiterter E.ON abgebaut werden

Die klare Unternehmensstruktur von E.ON soll die Integration von innogy erleichtern. Nach ersten Berechnungen werden den Angaben zufolge maximal 5.000 der dann insgesamt deutlich über 70.000 Arbeitsplätze bei der erweiterten E.ON im Zuge der Integration abgebaut, weniger als sieben Prozent. Gleichzeitig rechnet E.ON damit, im kommenden Jahrzehnt tausende neue Arbeitsplätze zu schaffen.

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7Transaktionen sollen Ende 2019 abgeschlossen sein

Bis zum Abschluss der Transaktion bleiben E.ON, RWE und innogy eigenständige Gesellschaften und Wettbewerber. Die Angebotsperiode des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots soll nach Genehmigung der Angebotsunterlage durch die BaFin Anfang Mai 2018 beginnen. Der Abschluss sowohl des Asset-Tauschs zwischen E.ON und RWE als auch des Übernahmeangebots unterliegt der Zustimmung der zuständigen Kartell- und Aufsichtsbehörden. Das Closing des Übernahmeangebots wird bis Mitte des Jahres 2019 erwartet. Die Übertragung des erneuerbaren Energiegeschäfts von E.ON und innogy auf RWE soll sobald wie möglich danach erfolgen und könnte bis Ende 2019 abgeschlossen sein.

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