Im Rahmen eines Projektes von innogy und Enedis soll ein neues Smart Grid Deutschland und Frankreich verbinden. Wie der Essener Versorger weiter mitteilt, habe der Deutsch-Französische Ministerrat jetzt die Smart Border Initiative der beiden Energieunternehmen in eine Gruppe von Projekten aufgenommen, die als für die künftige Kooperation der Länder relevant gelten. Ziel der Initiative sei die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Raum Saarland/Lothringen.

Enedis und innogy hätten für ihre Initiative den Status als Project of Common Interest (PCI) bei der Europäischen Kommission beantragt, um das erste grenzüberschreitende Smart Grid auf Verteilnetzebene zu realisieren.

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat die Entscheidung des Deutsch-Französischen Ministerrats begrüßt. Sie erklärte, das Saarland und seine Nachbarregion Lothringen würden durch das Projekt zu einem Zukunftslabor für eine europäische Energiewende. Die Ministerpräsidentin sieht die Smart Border Initiative auch als ideale Ergänzung zu dem Sinteg-Forschungsvorhaben „Designetz – verbunden mit kreativer Energie“, bei dem die Unternehmen innogy und VSE eine führende Rolle einnähmen.

Projektvolumen von rund 35 Mio. Euro

Die Projektdauer der Smart Border Initiative ist innogy zufolge auf vier Jahre angesetzt, bei einem Projektvolumen von rund 35 Mio. Euro. Neben dem Smart Grid gehören die Bereiche Smart Mobility (Elektromobilität) und Energy Efficiency/Sector Coupling (Energieeffizienz und Sektorkopplung) zum Projekt.

„Das Projekt wird uns neue Möglichkeiten in der grenzüberschreitenden Energieversorgung eröffnen. Gemeinsam mit Enedis und den innogy Tochterunternehmen im Saarland VSE und energis werden wir grenzüberschreitende Verfahren entwickeln, die in Europa zum Modell werden können“, erklärte der Bereichsvorstand Technologie & Operations bei innogy, Joachim Schneider.

Im einem Schritt werden Enedis und innogy sowie VSE und energis in die konkrete Planung einsteigen und eine geeignete Region im Raum Saarland/Lothringen für den Bau der grenzüberschreitenden Mittelspannungsverbindung identifizieren, heißt es weiter. So könnten künftig große Windkraft- und Photovoltaikanlagen in Deutschland und Frankreich effizienter eingesetzt und mit Verbrauchern und Speichern auf beiden Seiten der Grenze besser koordiniert werden. In diesem Zusammenhang sollen auch ein grenzüberschreitendes Datenmanagement, regulatorische Verfahren und gemeinsame Standards entwickelt werden.

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