Die USA gehören ungeachtet mancher Störfeuer durch den US-Präsidenten zu den für erneuerbare Energien attraktiven Strommärkten. Das gilt in besondere Weise auch für Investitionen in den Bereich Solar. Große Energiekonzerne wie die RWE-Tochter innogy und E.ON wollen sich das im Rahmen ihrer Ausbaustrategien für erneuerbare Energien zu Nutze machen.

So hat sich die innogy SE Exklusivrechte an insgesamt 13 Solarprojekten in den USA mit einer Gesamtkapazität von etwa 440 MW gesichert. E.ON plant in Texas einen Solarpark mit 100 MW Kapazität.

EU verliert Anschluss beim Solarzubau

Vergleicht man den Solarzubau der USA mit Europa, so zeigt sich, dass der einstige Vorreiter Europa inzwischen weit abgeschlagen ist. Dem aktuellen „Photovoltaik Barometer 2018“ zufolge wurden im vergangenen Jahr PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 10,6 GW in den USA zugebaut, womit Nordamerika auf Platz 2 hinter China (52,9 GW) rangiert. Der deutsche Markt hat zwar mit einem Zubau von 1,68 GW die Spitzenposition in der EU zurück erlangt, eröffnet aber vergleichsweise weniger Geschäftschancen.

innogy sichert sich Vorrecht auf Projekte

Nun hat innogy über seine US-Tochtergesellschaft Innogy Renewables US, LLC mit dem amerikanischen Solar-Entwickler Birdseye Renewable Energy, LLC (Birdseye) eine Vereinbarung über insgesamt 13 Solarentwicklungsprojekte unterzeichnet. Durch die Vereinbarung sichert sich innogy das Vorrecht, Projekte aus der Pipeline vollständig zu erwerben, sobald sie Baureife erlangt haben.

innogy will in den USA werthaltiges Solargeschäft auf- und ausbauen

Hans Bünting, Vorstand Erneuerbare Energien der innogy SE, sieht in der strategischen Partnerschaft mit Birdseye einen hervorragender Ausgangspunkt für innogy, um in den USA ein werthaltiges Solargeschäft auf- und auszubauen. „Die Solarenergie ist die am schnellsten wachsende Technologie in der Energiebranche, die bereits in vielen Märkten ohne Subventionen auskommt“, so Bünting.

Baubeginn Anfang 2019 geplant

Aktuell befinden sich drei Solarprojekte laut innogy bereits in einem weit fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befinden. Diese liegen in North Carolina und verfügen über eine Gesamtkapazität von etwa 20 MW und zugesicherte Abnahmevereinbarungen. Der Baubeginn für diese Projekte ist für Anfang 2019 geplant. Der vollständige kommerzielle Betrieb soll noch im selben Jahr aufgenommen werden.

10 Projekte in früher Entwicklungsphase

Weitere zehn Solarprojekte befinden sich derzeit noch in einer frühen Entwicklungsphase. Diese Projekte mit einer Gesamtkapazität von etwa 420 MW befinden sich in den Staaten: North und South Carolina, Georgia und Mississippi. Innogy geht davon aus, dass die südöstlichen Staaten der USA aufgrund ihrer hohen Sonneneinstrahlung, der wachsenden Nachfrage nach regenerativen Energien und den positiven gesamtwirtschaftlichen Aussichten künftig einer der Hotspots für die Energiegewinnung aus Sonnenenergie sein werden.

E.ON stößt in „neue Größenordnungen“ vor

Auch E.ON stößt eigenen Angaben zufolge beim Bau von Solarparks im industriellen Maßstab mit dem Großprojekt in Texas in neue Größenordnungen vor. Für den 100-MW-Solarpark hat E.ON bereits einen langfristigen Stromlieferungsvertrag (PPA) abgeschlossen. Damit gehen die Bezugsrechte aus 50 MW der Anlage für die Dauer von 20 Jahren an das südkoreanische Energieunternehmen SK E&S.

Das Solarprojekt „West of the Pecos“ wird E.ON zufolge aus 350.000 PV-Modulen bestehen und eine Fläche von 271 Hektar einnehmen. Der Solarpark soll voraussichtlich im Jahr 2020 in Betrieb genommen werden. E.ON geht davon aus, dass während der Bauzeit rund 700 Arbeitsplätze entstehen werden.

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