Innogy betreibt Schiff mit Methanol-Brennstoffzelle

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Gemeinsam mit Partnern hat innogy ein Schiff entwickelt, das mit einer Methanol-Brennstoffzelle als Antriebssystem fährt. Wie das Essener Unternehmen mitteilte, soll das Schiff „MS innogy“ ab Sommer auf dem Essener Baldeneysee als Ausflugsschiff eingesetzt werden. Mit dem weltweit einzigartigen Projekt stellt innogy erstmals die gesamte Wertschöpfungskette dar: von der Produktion des klimaneutralen Treibstoffs mithilfe erneuerbarer Energien, bis zur Anwendung in einer Brennstoffzelle in einem Ausflugsschiff. Da es noch kein Schiff dieser Art gab, die Bestandsschiffe der Weißen Flotte nicht für einen Umbau in Frage kamen und ein Neubau zu teuer gewesen wäre, wurde ein Fahrgastschiff, das bislang in Ratzeburg in Betrieb war, angekauft und wird nun umgerüstet. Die Gesamtkosten für Ankauf und Umbau belaufen sich auf rund zwei Mio. € und werden durch die innogy SE sowie aus Fördermitteln der ‚Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017‘ finanziert. Betrieb und Wartung des Schiffes liegen anschließend bei der Weißen Flotte Baldeney-GmbH. „Sie können Autos rein elektrisch fahren, aber bei Flugzeugen, Schiffen oder Schwerlasttransportern ist das eine sehr große Herausforderung“, sagte Frank-DetlefDrake, Leiter Strategie & Technologie bei innogy. „Hier können alternative Treibstoffe und Energieträger wie Methanol die deutlich bessere Lösung sein“. Das Fahrgastschiff wird mit Hilfe von „greenfuel“ betrieben: Die nötige Energie für den gesamten Betrieb stammt ausschließlich aus regenerativen Quellen. Energieträger ist Methanol, ein flüssiger Alkohol mit sehr hoher Energiedichte. Erzeugt wird dieser direkt am Baldeneysee im Wasserkraftwerk am Stauwehr. In einer zweimal zwei Meter großen Anlage wird Kohlendioxid aus der Umgebungsluft gefiltert und mit Hilfe von Strom und Wasser zu Methanol umgesetzt. Eine Brennstoffzelle nutzt das Methanol wiederum zur Stromerzeugung auf dem Schiff und speist einen batteriegepufferten Elektromotor. Und besonders wichtig: Das ganze Verfahren ist CO2-neutral, belastet also nicht das Klima. Im Betrieb setzt der Schiffsmotor nur so viel CO2 frei, wie zuvor für die Herstellung des Methanols aus der Luft gefiltert worden ist.

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