Initiative Get H2 plant Aufbau von Wasserstoffinfrastruktur mit PtG-Anlage

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Initiative GET H2 gibt Startschuss für deutschlandweite Wasserstoffinfrastruktur / Erstes Projekt geht ins Rennen im Ideenwettbewerb
Quelle: obs/Nowega GmbH/Andreas Müller

Mit der Initiative GET H2 wollen mehrere Unternehmen eine deutschlandweite Wasserstoffinfrastruktur mit einer Power-to-Gas-Anlage (PtG-Anlage) bauen. Zu diesem Zweck haben sich RWE, Siemens, Enertrag, die Stadtwerke Lingen, Hydrogenious Technologies, Nowega sowie das Forschungszentrum Jülich und das IKEM – Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität jetzt zusammengeschlossen, wie Nowega mitteilte. Als erstes Teilprojekt planen sie den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur im Emsland, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette die Sektoren Energie, Industrie, Verkehr und Wärme verbindet.

Kernelemente sind die Errichtung einer Power-to-Gas Anlage mit einer Leistung von 105 MW, die Strom aus Windkraft in „grünen Wasserstoff“ umwandelt, Transport und Speicherung des reinen Wasserstoffs in bestehenden Infrastrukturen sowie die Nutzung des Wasserstoffs.

Projektpartner nehmen am Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende“ teil

Mit diesem ersten Projekt nehmen die Unternehmen am Ideenwettbewerb des Bundeswirtschaftsministeriums „Reallabore der Energiewende“ teil. Eine Projektskizze haben sie am 5. April beim Bundeswirtschaftsministerium eingereicht. Mit einer Entscheidung darüber ist bis Ende Juni zu rechnen. In zwei Jahren soll die konkrete Umsetzung des Projektes beginnen.

Im Emsland bestehen den Projektpartnern zufolge ideale Voraussetzungen für die Power-to-Gas-Technologie sowie eine schnelle Projektumsetzung. Erneuerbare Energien, Strom- und Gasnetze, Gasspeicher sowie die konventionelle Flüssigkraftstoffinfrastruktur bis hin zu den Abnehmern von Wasserstoff und Abwärme in der chemischen Industrie seien vorhanden. „In Lingen können wir die gesamte Wertschöpfungskette im industriellen Maßstab demonstrieren und haben durch die vorhandene Infrastruktur erhebliches Synergiepotenzial“, erläutert Roger Miesen, Vorstandsvorsitzender der RWE Generation.

„Größere PtG-Projekte müssen zur Serienreife gebracht werden“

„Entscheidend ist jetzt, die Technik nicht nur in kleinen F&E-Projekten zu erproben, sondern sie auch mit größeren Projekten in einem ganzheitlichen Ansatz zur Serienreife zu bringen. Hierzu wollen wir mit unserem Projekt einen wesentlichen Beitrag leisten. Anknüpfend an das vorhandene Leitungsnetz hat das Projekt das Potenzial, den Startschuss für eine Wasserstoffinfrastruktur für Niedersachsen und NRW zu geben, die für eine deutschland- und europaweite Wasserstoffinfrastruktur entscheidende Impulse setzen kann“, beschreibt Jörg Müller, Geschäftsführer von Enertrag, die weitere Zukunftsperspektive.

„Dies ist ein weltweit einzigartiges Vorhaben, einen Weg zur Sektorkopplung mit grünem Wasserstoff im großtechnischen Maßstab aufzuzeigen. Besonders die sinnvolle Nutzung vorhandener Infrastrukturen sowie die Rückverstromung von 100 Prozent Wasserstoff in einer Gasturbine der 60 MW Klasse machen dies auch für die Stromerzeugung zu einem einzigartigen Vorzeigeprojekt“, ergänzt Thomas Thiemann, Leiter des Energy Transition Teams von Siemens.  

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