Im Oktober 2018 soll erstmals Industrieabwärme von Aurubis in Richtung HafenCity-Ost fließen. Die letzten Fernwärmeleitungsbauarbeiten zum neu entstehenden Stadtteil HafenCity in Hamburg liefen auf Hochtouren, berichtet der Energiedienstleister enercity. Rund 2.400 von insgesamt 2.700 Metern Trasse seien von enercity in Hamburg bereits verlegt worden.

Insgesamt verringert sich durch die Industrieabwärme der CO2-Ausstoß um mehr als 20.000 Tonnen pro Jahr, führt enercity aus. Einen Teil bewirkt die Verdrängung von Erdgas-Nutzung zur Dampferzeugung im Aurubis-Werk, der andere Teil wird mit der Abwärmenutzung durch enercity zur Versorgung der HafenCity Ost vermieden. Perspektivisch könne weitere Abwärme im Hamburger Fernwärmenetz eingesetzt werden, was insgesamt bis zu 140.000 Tonnen CO2 pro Jahr einspart.

„Mit diesem bereits als Leuchtturm bundesweit ausgezeichneten Projekt oder dem energieeffizienten Quartiersprojekt Bergedorfer Tor zeigen wir in Hamburg wie moderne, energieeffiziente Wärmeversorgung in Großstädten in Zukunft aussehen kann“, sagt enercity-Chefin Susanna Zapreva zum überregionalen Engagement des Unternehmens.

Enercity: Umsatz um 13 Prozent gestiegen – EBIT legt um 36 Prozent zu

Insgesamt befindet sich der Energiediensteister mit Sitz in Hannover weiter auf Erfolgskurs. Vertriebserfolge und ein Fokus auf erneuerbare Energien spielen hier eine wichtige Rolle. Im ersten Halbjahr 2018 habe enercity bei allen wesentlichen Kennzahlen zugelegt, heißt es. Während der Umsatz der enercity AG im ersten Halbjahr 2018 um 12,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr auf 1.255 Mio. € anstieg, legte das EBIT um 36,2 Prozent auf 142,4 Mio. € im ersten Halbjahr 2018 zu. Auch beim Absatz verzeichnete enercity einen Anstieg. Während sich die Strommengen um 6,3 Prozent erhöhten, ist bei den Gasmengen ein Zuwachs um 33,9 Prozent zu verzeichnen. Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich um 41 Prozent auf 126,7 Mio. €.

Den Ausbau von Mehrwert-Angeboten in der „Vorteilswelt“ für Kunden will enercity vorantreiben. So gibt es Gratisenergie für effiziente Haushaltsgeräte Gutschriften bei einer gemeinsamen Nutzung von Energie und Internetangeboten.

Ventotec-Übernahme und erfolgreiche Ausschreibungen: Windkraftportfolio wächst deutlich

Als Erfolgsfaktor sieht Zapreva auch, dass enercity für alle Privat- und Gewerbekunden ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien liefere. Durch den Erwerb der Ventotec-Windkraftgruppe hat enercity im letzten Jahr das Windkraft-Portfolio stark ausgeweitet. Die Windkraftleistung im enercity-Konzern hat sich dadurch den Angaben zufolge auf 308 MW erhöht. „Dadurch gehört enercity zu den Top 10 der Windkraftbetreiber in Deutschland“, betont das Unternehmen.

Da man in der letzten Ausschreibungsrunde für Windkraft den Zuschlag für weitere zehn Anlagen am Standort Klettwitz in Brandenburg erhalten hat, wächst der Anlagenbestand weiter. Der Baubeginn ist für diesen Herbst geplant. Mit 33 MW Onshore-Windleistung sollen die 10 Anlagen einen Energieertrag von 92 GWh/Jahr bringen. Dadurch werde die jährliche enercity-Stromerzeugung aus Wind von aktuell über 560 GWh um rund 16 Prozent erhöhen. Im Herbst 2019 soll der Windpark in Betrieb gehen. Enercity betreibt in Klettwitz bereits 13 Windkraftanlagen.

Seit Jahresbeginn 50 neue Ladepunkte für Elektroautos installiert

Investitionen tätigt enercity auch im Bereich der Elektromobilität. Das Unternehmen will Hannover mit 600 neuen Ladepunkten zur Nr. 1 in Deutschland bei der Elektromobilität machen. Die ersten Schritte hierzu sind nach Unternehmensangaben bereits getan. Die Ausschreibung der öffentlichen Ladeinfrastruktur in Hannover sei zwar noch nicht entschieden, in Zusammenarbeit mit Geschäftskunden konnten aber bereits viele Ladepunkte realisiert werden. Darüber hinaus würden mit einigen gewerblichen Kunden aus Dienstleistung, Industrie und Wohnungswirtschaft neue Ladestationen realisiert. Als Beispiele nennt enercity TUI Fly, die VSM-Werke, Sparkasse, hanova und das Hotel Luisenhof.

Seit Jahresbeginn 2018 installierte enercity rund 50 neue Ladepunkte. In der Region Hannover konnte enercity in Springe und Wunstorf erste Projekte umsetzen. Rund 200 Ladepunkte sind damit bereits für gewerbliche und private Kunden im enercity Betriebsservice.

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