In Schweden geht Pilotanlage zur Trocknung wässriger Biomasse in Betrieb

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Im schwedischen Skelleftea ist am 15. Juni eine Pilotanlage zur Trocknung wässriger Biomasse eingeweiht worden. Entwickelt wurde die Anlage nach Angaben des Karlsruher Investorenkonsortiums KIC InnoEnergy im Rahmen des Projekts „DeBugger“, das vor eineinhalb Jahren als Netzwerk bestehend aus dem Unternehmen Outotec mit seinen Standorten in Schweden und Deutschland und der Universität Stuttgart gestartet wurde. Ziel des Projekts ist es, die Abfälle als Energiequelle zu nutzen und gleichzeitig die Umweltbelastung durch Nitrat und Phosphat zu senken. Bisher werden wässrige Biomasseabfälle von Mensch und Tier, also vor allem aus den Kanalisationssystemen unserer Städte und den Abfällen aus der Landwirtschaft, nicht effizient genutzt. Grund dafür ist, dass Biomasseabfälle zu über 90 Prozent aus Wasser bestehen und energetisch kaum verwertbar sind. Gleichzeitig überdüngen sie, beispielsweise als Jauchedung auf den Äckern, auf Dauer Böden und Gewässer. Die Folge sind überdüngte Böden und die Gefahr, dass in Binnen- wie Küstengewässern aufgrund des steigenden Phosphatgehalts vermehrt Algen wachsen und die Gewässer schließlich kippen. Im Rahmen des Projekts wurde eine mehrstufige Verwertungskette konzipiert, bei der zunächst auf mechanischem Weg, etwa über Zentrifugen oder Filterpressen, ein Teil des Wassers aus den Abfällen entfernt wird. Zunächst soll die Trocknung von Klärschlämmen getestet werden. Später sollen auch Schweine- und Rindergülle, andere landwirtschaftliche Reststoffe sowie Bagasse eingesetzt werden. Die Kapazität beziffert Outotec auf 700 kg entwässerte Schlämme in der Stunde. Die getrocknete Biomasse soll anschließend in Vergasern zur Produktion von synthetischem Gas genutzt werden. Die Nährstoffe aus der dabei anfallenden Asche sollen rückgewonnen werden. Die erste Innovation, ein Dampfkreislauf-Trockner, die primär von den Forschern von Outotec Schweden entwickelt wurde, spart mehr als die Hälfte der benötigten Energiemenge ein, die zuvor notwendig war, um das in der Biomasse enthaltene Wasser zu verdampfen. Die zweite Innovation der DeBugger-Ingenieure ist eine Vergasungsanlage, die getrocknete Biomasse in ein Brenngas umwandelt, das zur Erzeugung von Strom oder für die Erzeugung von Treibstoffen eingesetzt werden kann. .

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