In Lünen geht 13-MWh-Speicher aus Autobatterien ans Netz

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Im westfälischen Lünen geht der weltweit größte Speicher aus gebrauchten Autobatterien ans Netz. Nach knapp einjähriger Bauphase steht das 13-MWh-Projekt nun vor der Vollendung (EUWID 44/2015). Wie The Mobility House AG (TMH) mitteilte, sind die ersten Systemstränge bereits am Netz. Insgesamt werden 1.000 Batteriesysteme aus smart fortwo electric drive Fahrzeugen der zweiten Generation zu einem stationären Batteriespeicher gebündelt.

In Lünen installiert und betreibt TMH den Speicher gemeinsam mit dem Energiedienstleistungskonzern Getec – und vermarktet die Energie an den Energiemärkten. Noch dieses Jahr wird der Speicher seine volle Kapazität in den Dienst des deutschen Energiemarktes stellen, so TMH weiter. Nach Zuschlag in den wöchentlichen Auktionen der Netzbetreiber für Primärregelleistung erfolge der Abruf, Speicherung wie Einspeisung der Leistungen voll automatisch. So soll das Stromnetz stabilisiert werden, was bei zunehmender Einspeisung von Strom aus fluktuierenden Energiequellen immer wichtiger wird.

Gleichzeitig trägt das Projekt zu einer verbesserten Ressourceneffizienz bei, da die ausgedienten Fahrzeugbatterien nach Angaben von TMH schätzungsweise mindestens zehn weitere Jahre wirtschaftlich im stationären Bereich betrieben werden können. Die Weiterverwendung der Module aus Elektroautos in einem Batteriespeicher verdopple somit deren wirtschaftlichen Nutzen und steigere außerdem nachweislich deren Umweltbilanz.

Gemeinsam mit der Daimler-Tochter Accumotive und dem Entsorgungskonzern Remondis decken TMH und Getec mit dem Projekt in Lünen die gesamte Batterie-Wertschöpfungs- und Verwertungskette ab: Von der Herstellung und Aufbereitung der Batteriesysteme bei Accumotive, dem entsprechenden Elektro- und Plug-in Hybrid-Fahrzeug-Angebot der Daimler AG, über die Installation und Vermarktung des stationären Batteriespeichers an den Energiemärkten durch The Mobility House und Getec bis hin zum Recycling der Batteriesysteme am Ende ihres Lebenszyklus und der Rückführung der wertvollen Rohstoffe in den Produktionskreislauf, der sich Remondis künftig widmen wird.

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