Immer mehr Unternehmen planen Batterieproduktion in Europa

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Spatenstich einer zweiten Batteriefabrik bei der ACCUMOTIVE am Standort Kamenz
Quelle: Daimler AG

Derzeit dominieren asiatische Hersteller von Batteriezellen für Elektrofahrzeuge und stationäre Speicher den Markt. Da mit einer steigenden Nachfrage gerechnet wird, bestehen jedoch auch in Europa zunehmend Pläne zum Bau von Produktionsstätten. Sowohl in Deutschland als auch in Schweden, Ungarn und Polen sind große Zellproduktionen geplant. Zudem befindet sich der US-amerikanische Elektrofahrzeughersteller Tesla auf der Suche nach einem Produktionsstandort in Europa, Details sind diesbezüglich jedoch noch nicht bekannt.

In Deutschland werden derzeit keine Batteriezellen für Fahrzeuge produziert, allerdings gibt es entsprechende Pläne des TerraE-Konsortiums (vgl. Interview mit TerraE-CEO Holger Gritzka). Daimler baut zwar derzeit in Kamenz seine zweite Batteriefabrik, dort werden aber nur importierte Batteriezellen montiert. Bereits eröffnet hat Skeleton seine neue Produktionsstätte für Ultrakondensatoren in Großröhrsdorf bei Dresden (EUWID 16/2017). Wie Skeleton mitteilte, sollen dort bis zu vier Mio. Ultrakondensator-Zellen pro Jahr produziert werden.

Die größte Zellfertigung für Elektrofahrzeuge in Europa mit einer Kapazität von 32 GWh will das Start-up NorthVolt AB, das von zwei früheren Tesla-Manager gegründet wurde, im schwedischen Skelleftea bauen. Eigenen Angaben zufolge will das Unternehmen in der zweiten Hälfte des Jahres 2018 mit dem Bau der Fabrik beginnen. Im Jahr 2020 soll der erste Teil der Fabrik mit einer Produktionskapazität von 8 GWh in Betrieb gehen, ihre volle Kapazität soll die Fabrik 2023 erreichen. Insgesamt sollen über einen Zeitraum von sechs Jahren vier Mrd. € in das Werk investiert werden, die Produktion soll jedoch schon Ende 2020 anlaufen.

Aber auch asiatische Hersteller planen eine Zellproduktion in Europa. Die koreanischen Batteriehersteller Samsung SDI und LG Chem wollen damit ihre Logistikkosten reduzieren, Fahrzeughersteller termingerecht beliefern und strategische Partnerschaften mit lokalen Kunden etablieren.

Neben Fabriken in Korea und China plant Samsung SDI eine Batteriefabrik im ungarischen Göd, die in der zweiten Hälfte des Jahres 2018 in die Produktion gehen soll (EUWID 36/2016). Die Investitionssumme beziffert Samsung SDI auf rund 400 Mrd. Won (rund 319 Mio. €). Die Produktionskapazität von 2,5 GWh im Jahr reiche aus, um 50.000 reine Elektrofahrzeuge im Jahr herzustellen. Auch der koreanische Mischkonzern SK plant nach einem Reuters-Bericht für 840 Mrd. Won (rund 650 Mio. €) eine Fabrik im ungarischen Komarom. Dort sollen ab 2020 jährlich Batteriezellen mit einer Kapazität von 7,5 GWh für Daimler produziert werden.

Bereits im Bau befindet sich eine Fabrik für Batteriezellen im polnischen Breslau, die LG Chem bereits 2018 in Betrieb nehmen will. Die Investitionssumme beziffert das Unternehmen auf 1,4 Mrd. €. Zunächst soll die Produktionskapazität bei rund 5 GWh im Jahr liegen, langfristig soll sie jedoch auf 15 GWh steigen.

 

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