Im Blickpunkt: Herkunftsnachweise für Strom aus erneuerbaren Energien

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Renewable Energy - Sunlight with solar panel. Wind with wind turbines. Rain with dam for hydropower
Quelle: Alberto Masnovo - stock.adobe.com

Das Doppelvermarktungsverbot verhindert es, dass für geförderten EEG-Strom Herkunftszertifikate (Guarantees of Origin – GO) ausgereicht werden. Mit Beginn der Post-EEG-Phase gewinnen entsprechende Zertifikate aber zunehmend an Bedeutung, da sie neben den reinen Strom-Markterlösen zusätzliche Einnahmen für die Anlagenbetreiber bringen können.

Auch für von Beginn an förderfrei konzipierte Vorhaben – etwa im Rahmen langfristiger Power Purchase Agreements (PPA) sind Herkunftsnachweise eine Variable, die in den Wirtschaftlichkeitsberechnungen eine Rolle spielen. In Europa gibt es bereits einen etablierten Markt für Herkunftsnachweise, die Preisentwicklung ist uneinheitlich und hängt unter anderem von der spezifischen Struktur des zugrunde liegenden Erneuerbaren-Projekts ab.

Viele Ökostrom-Tarife werden auf der Grundlage von international gehandelten Herkunftsnachweisen strukturiert. Diese Vorgehensweise steht aber stark in der Kritik, da in vielen Fällen kein Bezug zum tatsächlichen Ausbau der regenerativen Energien existiert. Dies gewährleisten nur wenige echte Ökostromtarife, die entsprechende Zertifizierungen vorweisen können.

Eine wachsende Bedeutung könnten Herkunftszertifikate auch im Zuge des Hochlaufs der Wasserstoffwirtschaft gewinnen. Grüner Wasserstoff könnte durch den Nachweis entsprechender Zertifikate für den zur Elektrolyse eingesetzten Strom belegt werden. Die Vorgehensweise steht hier vor den gleichen Fragen wie im Ökostromsegment. Kritiker halten es für problematisch, wenn Wasserstoff lediglich über Herkunftsnachweise etwa aus norwegischen Wasserkraftwerken „begrünt“ wird.

Der vorliegende Blickpunkt widmet sich dem Thema Herkunftsnachweise auf der Grundlage der Berichterstattung in EUWID Neue Energie. Der Blickpunkt wird ergänzt, sobald die Berichterstattung sich mit dem Themenfeld der Herkunftsnachweise befasst. Eine Übersicht über sämtliche Blickpunkt-Elemente von EUWID NE können Sie hier aufrufen.

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