Iberdrola plant seine Position im Bereich der schwimmenden Offshore-Windtechnologie zu stärken. Der spanische Versorger wird einer Mitteilung zufolge ein internationales Konsortium leiten, das eine schwimmende Windenergieanlage von mehr als 10 MW in der norwegischen Nordsee installieren will. Darüber hinaus stehe das Unternehmen kurz vor der Teilnahme an einem weiteren Demonstrationsprojekt in Spanien.

Die schwimmende Offshore-Windenergieanlage wird im Rahmen des Projekts „Flagship“ mit einer halbtauchenden schwimmenden Betonstruktur, bekannt unter dem Namen „OO-Star Wind Floater“, entworfen, hergestellt, installiert sowie betrieben. Die Tests sollen in der norwegischen Nordsee bei einer Wassertiefe von etwa 80 Meter im Met-Zentrum erfolgen.(Beitragsbild: Der OO-Star Wind Floater. So könnten zukünftige Windparks von Iberdrola ausschauen. ©Iberdrola)

Ziel: LCOE sollen auf Spanne zwischen 40-60 €/MWh sinken

Hauptziel des Flagship-Projekts sei es, die sogenannten nivellierten Energiekosten (Levelised Cost of Energy – LCOE) für schwimmende Offshore-Windenergieanlagen bis 2030 auf eine Spanne von 40-60 €/MWh zu senken. Erreicht werden soll dies durch Größenvorteile, wettbewerbsfähige Lieferketten und eine Vielzahl von weiteren Innovationen. Flagship wird im Rahmen des Programms „Horizon 2020“ der Europäischen Kommission entwickelt.

Iberdrola hofft, noch in der zweiten Jahreshälfte eine Förderzusage in Höhe von etwa 25 Mio. € mit der „Innovation and Networks Executive Agency (INEA)“ der Europäischen Kommission zu unterzeichnen. Die Herstellung der schwimmenden Plattform könnte im zweiten Quartal 2021 beginnen, die Installation im ersten Quartal 2022, teilte Iberdrola mit.

Projekt in Spanien soll auf anderer Technologie basieren

Weiter voran schreiten auch die Pläne für ein weiteres schwimmendes Demonstrationsprojekt in Spanien. Konkrete Einzelheiten gibt das Unternehmen derzeit noch nicht heraus. Sie sollen aber noch in diesem Jahr festgelegt und veröffentlicht werden, heißt es. Das Projekt ziele darauf ab, eine andere Technologie als die in Norwegen geplante zu nutzen. Die Herstellung würde im Baskenland erfolgen, der Einsatz dann in den Gewässern rund um die Kanarischen Inseln oder in der Biscaya (Marine Energy Platform) – einer Einrichtung auf offener See im Atlantischen Ozean zur Unterstützung von Forschung, technischen Tests und kommerzieller Demonstration von vorkommerziellen Prototypen schwimmender mariner Technik für erneuerbare Energien.

Iberdrola prüft Einsatz schwimmender Technik in deutscher Ostsee

Iberdrola prüfe derzeit die Möglichkeit, zusätzliche schwimmende Windenergieanlagen an einigen seiner Projektstandorte – unter anderem auch in der deutschen Ostsee – zu installieren. „Diese Strategie steht im Einklang mit Iberdrolas führender Rolle beim Übergang zu grüner Energie in der ganzen Welt“, sagt Jürgen Blume, Geschäftsführer von Iberdrola in Deutschland.

Weltweit gebe es enormes Potenzial für die schwimmende Technologie, ergänzt Jonathan Cole, Managing Director des globalen Geschäfsbereichs Offshore Wind bei Iberdrola. „Iberdrola strebt an, ein führender Akteur im Bereich schwimmender Offshore-Windtechnik zu sein. Die Demonstrationsprojekte die wir entwickeln, werden zeigen, dass wir bereit sind, uns in naher Zukunft an großen kommerziellen schwimmenden Offshore-Windprojekten zu beteiligen“, so Cole.

Dem internationalen Projekt-Konsortium gehören Unternehmen und Institutionen aus Deutschland (DNV-GL), Spanien (Core-Marine, Cener, IHC, Zabala Innovation Consulting), Norwegen (Olav Olsen, Kvaerner, Unitech Subsea, Met Centre), Frankreich (EDF) und Dänemark (DTU) an.

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