Hybridkraftwerke: Großes Potenzial und noch viele Hürden

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Solarenergie Windkraft Bioenergie
Symbolbild (Quelle: Massimo Cavallo / Fotolia)

Auf der „PV-Wind-Betreiberkonferenz“ in Stuttgart ist das Thema Wind-Solar-Hybridkraftwerke diskutiert worden. Thorsten Althaus von BayWa r.e. verwies auf internationale Beispiele, etwa in Australien, wo mit der Kombination von Windenergie und Photovoltaik am selben Netzanschlusspunkt ein Kapazitätsfaktor von 50 Prozent erreicht werde. Neben Australien seien mit Blick auf entsprechende Hybridprojekte besonders die USA und Indien interessante Märkte. In Deutschland fehle es aktuell noch an einem geeigneten regulatorischen Umfeld.

Althaus erläuterte, dass die gemeinsame Entwicklung von Wind- und Solarprojekten auch innerhalb der Unternehmen ein verändertes Denken und Arbeiten erfordert. Beide Bereiche seien ein autonomes Arbeiten gewohnt und müssten sich im Rahmen von Hybridsystemen präzise aufeinander abstimmen.

Gerade für die Braunkohlereviere in Ostdeutschland könnten Hybridkraftwerke eine wichtige Rolle spielen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des Bundeswirtschaftsministeriums, mit dem sich auch Projektierer wie Vattenfall, BayWa r.e., Solarpraxis und Wattner bestätigt sehen. Ab 2020 könnten große Solar-, Wind- und Hybridkraftwerke beider Energieformen auf den Tagebauflächen realisiert werden, erklären die Unternehmen.

„Wenn die Kraftwerke groß genug sein können – mit einer Leistung von mindestens 250 MW – brauchen wir dafür keinerlei Fördermechanismen mehr“, sagte Matthias Taft, Energievorstand der BayWa AG bereits im Frühjahr. „Was wir benötigen, sind lediglich entsprechend geeignete Flächen sowie Netzanschlusspunkte mit ausreichender Kapazität.“

Remmers: Potenzial allein in der Lausitz bei mehr als 100 GW Leistung

Karl-Heinz Remmers, Vorstand der Solarpraxis AG, führte auf der Conexio-Betreiberkonferenz in Stuttgart aus, dass die Potenziale für den Ausbau der Erneuerbaren allein in der Lausitz eine Größenordnung von mehr als 100 Gigawatt an Anlagenleistung erreichten. Ein Umdenken gebe es im Osten auch auf Seiten vieler Landwirte, die als Konsequenz der anhaltenden Trockenphasen alternative Nutzungen ihrer Flächen in Betracht zögen.

„Wir brauchen einen Marktmechanismus, der solche Lösungen ermöglicht“, sagte Philipp Vohrer vom Windenergieanlagenhersteller Enercon. Man müsse über intelligente Systemlösungen nachdenken, bei denen der Flächenertrag durch Kombinationen von Wind, Solar und Speichern maximiert wird. Denkbar sei hier auch der Einsatz von mittelgroßen Windenergieanlagen, um die Akzeptanz zu erhöhen. Denkbar sei dabei auch der Einsatz von mittelgroßen Windenergieanlagen, um die Akzeptanz zu erhöhen. Ansonsten drohe ein Rückbau von Kapazitäten in der Post-EEG-Phase, „und das kann nicht unser Ziel sein auf dem Weg zu 65 Prozent erneuerbaren Energien“.

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