Holzenergie-Kongress: Große Ernüchterung in der Bioenergiebranche vor Inkrafttreten des EEG 2017

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In der Bioenergiebranche herrscht im Vorfeld des Inkrafttretens des EEG 2017 große Ernüchterung. Wie auf dem Holzenergie-Kongress vergangene Woche in Augsburg deutlich wurde, spüren die Unternehmen kaum mehr politische Rückendeckung für ihren Sektor. Das Bundeswirtschaftsministerium setzt auf andere Technologien und wünscht keinen (Netto-)Zubau der Bioenergie. So ist es aus Sicht von Branchenvertretern nur folgerichtig, dass sich bei der EEG-Novellierung ein Ausschreibungsdesign durchgesetzt hat, das ein Hemmnis für Neuanlagen darstellen könnte. Mit den konkreten Fragen zur Zukunft der Bioenergie befasst sich der Titelbericht der Ausgabe 41/2016 von EUWID Neue Energie. Die am 11. Oktober erschienene Publikation umfasst insgesamt 77 Nachrichten, Berichte und Analysen auf 28 Seiten. Die Themen der Ausgabe können Sie hier abrufen. Gerade im Bioenergiebereich bringt der Umstieg von einer sicheren Vergütung zu einer Förderung über Ausschreibungen große Risiken mit sich. So können Neuanlagen nur dann an Ausschreibungen teilnehmen, wenn bereits eine Genehmigung vorliegt. Im Einzelfall stehen Vorlaufkosten von mehreren hunderttausend Euro im Raum, die im Falle eines Nichtzuschlags verloren wären. Es gebe bereits Unternehmen, die angesichts der aktuellen Entwicklung auf reine Biomasse-Wärmelösungen setzten, was der Leitidee einer effizienten Kraft-Wärme-Kopplung zuwiderläuft, war in Augsburg zu hören. Dass die Bioenergie auf politischer Ebene in Misskredit geraten ist, hat auch mit der „Tank-oder-Teller“-Debatte der vergangenen Jahre im Bereich der Biokraftstoffe zu tun. Ein Bericht der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zeigt, dass die in Deutschland 2015 in Verkehr gebrachten Biokraftstoffe gegenüber fossilen Kraftstoffen eine Treibhausgaseinsparung von mehr als 70 Prozent erreicht haben. Durch den Umstieg auf Treibhausgas-Minderungsquoten sind die hierzulande genutzten Biokraftstoffe damit deutlich umweltfreundlicher geworden. Das ist zum Teil aber auch dem Effekt geschuldet, dass die weniger effizienten Biokraftstoffe verstärkt exportiert wurden, schreibt die BLE. Weitere Berichte der aktuellen Ausgabe von EUWID Neue Energie widmen sich den Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wärmewende, den Vorschlägen von Agora Energiewende für ein Bürgschaftsprogramm und dem Innogy-Börsengang.

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