Hohe Anteile Palm- und Sojaöl in europäischen Biodiesel-Proben

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EUWID Neue Energien – Greenpeace hat in neun EU-Ländern Biodieselbeimischungen untersucht und darin in fast allen Fällen Palm- und Sojaöl gefunden. In Deutschland bestand der beigemischte Biodiesel demnach im Schnitt aus 76 Prozent Raps sowie aus jeweils acht Prozent Palm- und Sojaöl. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation handelte es sich bei dem Rest um Tierfett und Altspeiseöl. Den höchsten Palmölanteil verzeichnete Italien: Dort wird der beigemischte Biodiesel zu durchschnittlich 37 Prozent aus Palmöl hergestellt. In Frankreich basierte die Beimischung im Schnitt zu 28 Prozent auf Sojaöl, wobei es sich ebenfalls um den Spitzenwert im Ländervergleich handelt. Nur in Schweden wurde der Biodieselanteil ausschließlich aus Rapsöl hergestellt.

Greenpeace befürchtet, dass die zunehmende Nutzung von Palm- und Sojaöl zu einer weiteren Abholzung der Regenwälder führen wird. Zwar habe die EU Nachhaltigkeitskriterien für Biokraftstoffe formuliert, diese gelten jedoch nicht für indirekte Landnutzungsänderungen. Folglich sei es möglich, dass die bestehenden Agrarflächen in Indonesien und Argentinien für die „nachhaltige“ Produktion von Palm- und Sojaöl genutzt werden, während der Anbau von Lebens- und Futtermitteln in den Regenwald weichen muss. Aus diesem Grund fordert Greenpeace von der Europäischen Kommission, die aktuell über eine mögliche Korrektur entscheiden will, auch indirekte Landnutzungsänderungen in der Treibhausgasbilanz der Biokraftstoffe zu berücksichtigen und die Gesetzgebung nachzubessern.

Die Ausgabe 14/2011 von EUWID Neue Energien vom 13. Juli umfasst 142 Nachrichten auf 44 Seiten. Topthema ist die Verabschiedung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

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