Heizungs-Studie von Thermondo und Toptarif sieht deutliches Potenzial für Erneuerbare Energien

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Mit insgesamt 73 Prozent heizt im Moment die Mehrheit der Deutschen mit den Brennstoffen Gas und Öl, wobei Gas mit knapp 50 Prozent der beliebteste Brennstoff ist und die Ölheizung mit 24 Prozent auf Rang zwei folgt. Momentan heizen sechs Prozent mit Holz und Holzpellets, eine Solarthermie oder Erdwärme werden jeweils nur von zwei Prozent genutzt. Wie aus einer Studie im Auftrag des Berliner Start-up Thermondo und dem Vergleichsportal Toptarif zum Thema Heizung hervorgeht, haben die erneuerbaren Energien allerdings noch deutliches Potenzial, das beispielsweise in Berlin schon deutlich stärker ausgeschöpft wird. Hier liegt ihr der Anteil an der Wärmenutzung bereits bei 21 Prozent. Es folgen Bayern mit 17 und Rheinland Pfalz mit 15 Prozent. Hätten die Hauseigentümer freie Wahl, würde sich jedoch mehr als ein Viertel (27 Prozent) für Solarthermie entscheiden. Besonders attraktiv sei Solarthermie in Thüringen. Hier würden 47 Prozent gerne mit Solarthermie heizen. Es folgen Sachsen mit 37 Prozent und Brandenburg mit 36 Prozent. Auch im Vergleich mit anderen erneuerbaren Energieträgern glänze die Sonnenenergie. So wurde die Beliebtheit zwischen der Sonnenenergie, der Erdwärme, Holzpellets sowie Biogas verglichen. Knapp 78 Prozent der Befragten gaben hier Sonnenenergie als Favoriten an. Erdwärme folgt mit 41 Prozent. 28 Prozent würden Holzpellets bevorzugen. Auf dem letzten Platz landet Biogas mit 16 Prozent. Die Beliebtheit von Solarthermie lässt sich der Studie zufolge unter anderem auch mit ihrer Reputation begründen. 94 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass sie mit ihr umweltfreundlich heizen. Das sei ein Wert, den kein anderes Heizsystem auch nur annähernd erreiche. So halten 73 Prozent die Wärmepumpe für umweltfreundlich und 42 Prozent Erdgas. Die Verlierer seien dagegen Kohle und Heizöl. Fast 76 Prozent halten Kohle für besonders umweltschädlich. Knapp 60 Prozent schätzen Heizöl als nicht umweltfreundlich ein. Als besonders wichtige Faktoren bei einer Heizung nannten die Hauseigentümer vor allem eine lange Lebensdauer, hohe Zuverlässigkeit sowie geringe Betriebskosten (mit je 74 bis 76 Prozent). Doch auch eine gute Ökobilanz ist 46 Prozent der Befragten wichtig. Als kaum wichtig empfinden die Hauseigentümer dagegen die Optik der Heizung (neunProzent) und die Marke (25 Prozent). Auf die Frage, warum die Entscheidung auf das aktuelle Heizsystem gefallen war, gaben 42 Prozent an, dass dieses bereits installiert gewesen sei. Für 25 Prozent waren die geringen Betriebskosten ausschlaggebend, während 19 Prozent den günstigen Anschaffungspreis schätzten. Generell gilt laut der Studie, dass die Deutschen mit ihrem aktuellen Heizsystem zufrieden sind. Das erklärten 83 Prozent der Studienteilnehmer, 30 Prozent erklärten sogar, sie seien vollkommen zufrieden. Von denen, die mit ihrer Heizung nicht zufrieden sind, gaben 32 Prozent die hohen Brennstoffpreise als Grund an. Das Hauptmotiv für einen Heizungswechsel ist für 46 Prozent der Befragten die Aussicht, mit der neuen Heizung Energie einzusparen. Insgesamt denken 42 Prozent, dass sie mit einem modernen Heizsystem ihre Heizkosten um 20 Prozent reduzieren können. Die Studie zeigt auch, dass großer Nachholbedarf in Sachen Förderung besteht, denn nur 32 Prozent kennen ihre Möglichkeiten bei einer Heizungssanierung. Es gibt jedoch starke regionale Unterschiede. Während in Berlin 47 Prozent gut informiert sind, gaben alle Bremer Befragten an, nicht ausreichend über Fördermöglichkeiten informiert zu sein. Im Rahmen der Studie befragte das Marktforschungsinstitut Dr. Grieger & Cie. insgesamt 1.037 Eigenheimbesitzer in Deutschland. Die Erhebung fand im August 2016 statt. Die Mehrheit lebt in einem Haushalt mit zwei bis vier Personen und 36,1 Prozent aller befragten Personen verfügen über ein monatliches Haushaltsnettoeinkommen zwischen 2.600 und 4.000 Euro.

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