Hamburg Energie auf der Suche nach neuen Vermarktungsprodukten

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Der städtische Energieversorger Hamburg Energie will sein Geschäftsfeld „Flexibilitätsvermarktung“ weiter ausbauen. In diesem Zusammenhang plant Hamburg Energie die Entwicklung neuer Vermarktungsprodukte, den Einsatz und die Vermarktung innovativer Speicher sowie die Weiterentwicklung der bestehenden Leitsystemplattform für eine flexible Nutzung in den neuen Märkten. Zur Unterstützung dieser Aktivitäten wurden weitere Förderprojekte eingeworben, wie aus dem aktuell vorgelegten Geschäftsbericht hervor geht.

Strom-zu-Strom-Speicherkonzept als neue Geschäftsidee

Im Rahmen des vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) geförderten Projektes FES (Futureenergysolution) entwickelt die Siemens AG gemeinsam mit Hamburg Energie und der TU Hamburg-Harburg ein neuartiges thermisches Strom-zu-Strom-Speicherkonzept, das im Zusammenhang mit den Windanlagen am Standort der Aluminiumhütte Trimet realisiert wird. Hamburg Energie wird mit einem virtuellen Kraftwerk den Speicher betreiben und Konzepte für die Vermarktung unter gegenwärtigen Marktgegebenheiten entwickeln. Zudem wird an einer Softwareunterstützung für die Prognose der relevanten Marktpreise, der Einsatzoptimierung für einen Anlagenverbund und den vermittelten Zugang zum kurzfristigen Stromhandel und die Ausschreibungen von Regelleistung gearbeitet. Auch kurzfristiger Intraday-Handel soll in der Modellregion erprobt werden.

Siemens hat bereits mit dem Bau der Speicheranlage auf dem Gelände der Aluminiumhütte in Hamburg begonnen und wird laut dem Geschäftsbericht der Hamburg Energie im Frühjahr 2018 mit der Komponente des Wärmespeichers das Herzstück der Anlage errichten können. Des Weiteren arbeitet Hamburg Energie daran, die Region Hamburg /Schleswig- Holstein bereits 2035 zu 100 Prozent durch regenerative Energie zu versorgen. Dazu sei eine vollständige Synchronisation von (schwankender) Erzeugung und Verbrauch durch einen Verbund virtueller Kraftwerke notwendig, heißt es. Gleichzeitig soll die marktorientierte Integration mithilfe weiterentwickelter Marktregeln bzw. regulatorischer Bedingungen erprobt werden.

Das Förderprojekt EnEFF Wärme untersucht die Absicherung der IKT-Infrastruktur für die intelligente Steuerung dezentraler Energiesysteme und entwickelt konkrete geeignete Sicherheitsmaßnahmen. Hier im Fokus stehende intelligente Steuerungen dezentraler Energiesysteme kommen vor allem in Städten und bei Stadtwerken zum Einsatz. Entsprechend soll das Projekt Städte/Stadtwerke befähigen, die Vorteile dezentraler Energiesysteme ohne Risiko durch mangelnde oder überdimensionierte IKT-Sicherheits-Maßnahmen zu nutzen. Ergebnisse des Projektes sind unter anderem technische und organisatorische Strukturen, um mit möglichst geringem Aufwand zuverlässig den größten wirtschaftlichen Ertrag zu erzielen.

2016 rund 16,8 Mio. € in Erneuerbare investiert

Eine Mio. € Gewinn hat Hamburg Energie im vergangenen Jahr 2016 erwirtschaftet. 200.000 € mehr als im Vorjahr. In den Ausbau eigener regenerativer Erzeugungsanlagen investierte der städtische Energieversorger 2016 rund 16,8 Mio. €. Für 2017 plant Hamburg Energie Investitionen in Höhe von 33,4 Mio. €. Der Ausbau der Windkraft spielt dabei eine besondere Rolle. So hat das Unternehmen bereits Anfang 2017 drei neue Windenergieanlagen auf dem Gelände des Aluminiumherstellers Trimet in Betrieb genommen. Drei weitere Anlagen werden derzeit bis Ende September auf dem Gelände des Stahlproduzenten ArcelorMittal errichtet. Ebenfalls bis September entstehen im Stadtteil Altengamme zwei neue Anlagen. Darüber hinaus beteiligt sich Hamburg Energie am Bau von Windparks in Curslack und Winsen/Luhe. Mit dem Ausbau der Windsparte verfügt Hamburg Energie bis zum Jahresende über Anlagen mit einer Kapazität von gut 190 GWh Strom. Die Eigenerzeugungsquote steigt dadurch auf knapp 70 Prozent. Quelle: Hamburg Energie

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