Halbjahresbilanz: MVV sieht sich auf Kurs als „Vorreiter der Energiewende“

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Die Mannheimer MVV sieht sich durch den bisherigen Verlauf im Geschäftsjahr 2016/2017, das am 30. September endet, in ihrem Kurs als „Vorreiter der Energiewende“ bestätigt. Bei einem Umsatzanstieg um sechs Prozent auf 2,2 Mrd. € konnte die Gruppe das operative Ergebnis um vier Prozent auf 212 Mio. € steigern, teilte die MVV mit.

Das Geschäft mit erneuerbaren Energien entwickelt sich dynamisch – allerdings führt die vollständige Integration der Juwi-Gruppe auch zu einer höheren Volatilität in der Geschäftszahlen, als die MVV dies bislang kannte. Grund sind die Unwägbarkeiten im Projektgeschäft, bei dem es immer wieder zu Verzögerungen kommen kann.

MVV-Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien legt um 14 Prozent zu

Die Stromerzeugung aus den erneuerbaren Energien ist beim Mannheimer Energiedienstleister im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs um 14 Prozent gestiegen – und das trotz eines geringeren Windaufkommens. Bei juwi wurde im Januar ein Meilenstein erreicht: Mittlerweile hat der Wörrstädter Erneuerbaren-Pionier 2.000 MW an Onshore-Windleistung installiert. Auch das umkämpfte Geschäft mit der Direktvermarktung von EEG-Strom hat sich bei der MVV quantitativ positive entwickelt. Inzwischen hat das Portfolio bundesweit ein Niveau von 7.100 MW erreicht. Rein rechnerisch entfallen damit rund elf Prozent der bundesweit direkt vermarkteten EEG-Leistung von zuletzt 62,3 GW auf das Mannheimer Unternehmen.

“Technologiespezifische Ausschreibungen beibehalten”

Für den weiteren Umbau des Energiesystems müssen nach Ansicht des MVV-Vorstandsvorsitzenden die energiepolitischen Instrumente auch in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden. Beim weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien sprach sich der MVV-Vorstandsvorsitzende Georg Müller für eine Beibehaltung von technologiespezifischen Ausschreibungen aus. Windenergieanlagen und Photovoltaikkraftwerke verfügten für einen direkten Wettbewerb nach wie vor über sehr unterschiedliche Merkmale bei der Kostenstruktur und in der Projektentwicklung.

“Mieterstromgesetz sollte Quartierskonzepte einbeziehen”

Kritisch sieht Müller auch eine Abschaffung der vermiedenen Netzentgelte für steuerbare Anlagen und den damit verbundenen Eingriff in den Anlagenbestand, den die Bundesregierung im Rahmen der Novellierung der Netzentgeltsystematik vorgeschlagen hat. Grundsätzlich positiv wertet der MVV-Chef dagegen den im März von Bundeswirtschaftsministerium vorgelegten Entwurf für ein Gesetz zur Förderung von Mieterstrom, um auch Mieter an der Energiewende zu beteiligen. Die Neuregelung, in die dann auch Quartierskonzepte einbezogen werden sollten, eröffne die Chance, das Mieterstromgeschäft mit Photovoltaikanlagen weiter zu stärken. Den vollständigen Bericht zur MVV-Geschäftsentwicklung lesen Sie in Ausgabe 20/2017 von EUWID Neue Energie.

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