Grünstromvermarkter Clens meldet Insolvenz an

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Handel Clean Energy Sourcing
Quelle: Clens

Der Leipziger Energiedienstleister Innowatio GmbH / Clean Energy Sourcing (Clens) sowie ihre Tochtergesellschaften Clean Energy Markets Access GmbH, Ecomac GmbH, Clean Energy Direkt GmbH und SP Energy Control GmbH haben am 14. November beim Amtsgericht in Leipzig Insolvenzanträge gestellt. Eigenen Angaben zufolge setzt die Clens Gruppe jedoch die Belieferung von Stromkunden als auch die Direktvermarktungs- und Flexibilitätsdienstleistungen für Anlagenbetreiber unverändert fort.

Die Gründe für die Unternehmenskrise liegen den Angaben zufolge außerhalb des operativen Geschäftsbetriebs der Clens Gruppe. Ende vergangenen Jahres hätten Handelsentscheidungen auf Gruppenebene die italienische Innowatio Gruppe, zu der Clens gehört, in eine anhaltende, finanzielle Schieflage gebracht. Diese Probleme seien nicht ohne Auswirkungen auf die Tochterunternehmen der Innowatio S.p.A. geblieben, zu denen die Clens Gruppe seit Januar 2016 zählt.

Virtuelles Kraftwerk steuert Erzeuger, Verbraucher und Speicher

Clens erwirtschaftete im Jahr 2016 einen Umsatz von knapp 500 Mio. € und bewirtschaftet aktuell ein Absatzportfolio von 11 Mrd. Kilowattstunden, davon drei Mrd. kWh an Stromkunden, sowie ein Direktvermarktungsportfolio von 2.700 Megawatt. Über ein virtuelles Kraftwerk ermöglichet Clens eine strompreisoptimierte Vermarktung steuerbarer Erzeuger, flexibler industrieller und gewerblicher Verbraucher und von Stromspeichern und liefert damit wichtige Impulse für die Marktintegration der erneuerbaren Energien.

Vorläufiger Insolvenzverwalter rechnet mit zügiger Sanierung

Derzeit werden gemeinsam mit dem durch das Amtsgericht Leipzig eingesetzten, vorläufigen Insolvenzverwalter Philipp Hackländer, White & Case, alle Optionen geprüft, die dem Erhalt des Unternehmens und der Arbeitsplätze an den Standorten in Leipzig und Frankfurt am Main dienen. Darüber hinaus werden bereits Gespräche mit potentiellen Investoren geführt, die an einer Übernahme des Unternehmens interessiert sind. Die von der Clens Gruppe erbrachten Leistungen wie Direktvermarktung, Grünstromversorgung und Flexibilitätsmanagement seien am Energiemarkt stark nachgefragt. Folglich rechnet die Geschäftsführung der Clens Gruppe sowie der vorläufige Insolvenzverwalter mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für eine zügige Sanierung des Unternehmens.

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