Grüne Bundestagsfraktion fordert Offensive für grünes Gas

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Symbolbild-Wasserstoff
Quelle: malp - stock.adobe.com

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert eine Offensive für den Ausbau erneuerbarer Gase. Das heute in Deutschland verbrauchte Gas werde fast ausschließlich als fossiles Gas über Pipelines aus Russland, Norwegen und den Niederlanden geliefert, schreiben die Abgeordneten in einem Antrag (Drucksache 19/23055). Es seien jedoch Investitionen und Innovationen nötig, um den Gassektor auf eine grüne Basis zu stellen. „Nur dann haben wir eine Chance, die Pariser Klimaziele einzuhalten“, heißt es in dem Antrag.

Von der Bundesregierung fordern die Abgeordneten Maßnahmen, um den Energie- und speziell Gasbedarf zu senken und die Entwicklung von erneuerbaren Gasen voranzutreiben. Deutschland müsse zum Vorreiter und Technologieführer für grünen Wasserstoff werden. Darin lägen Chancen für neue Geschäftsfelder, so die grüne Fraktion. Grundvoraussetzung sei ein möglichst großer Heimatmarkt, damit die Potentiale erschlossen werden können.

Energieeffizienz ist vorrangiges Ziel

Energieeffizienz sollte dabei nach Ansicht der grünen Fraktion einen entscheidenden und prioritären Beitrag leisten, um den Gasbedarf insgesamt zu reduzieren. Der verbleibende Gasbedarf müsse schrittweise durch erneuerbare Gase ersetzt werden. Das sind die grünen Gase synthetischen und biogenen Ursprungs. Zu den synthetischen Gasen gehören synthetisches Methan und grüner Wasserstoff.

Der Power-to-Gas-Technologie (PtG) müsse zur Marktreife verholfen werden, schreiben die Abgeordneten. Die Kosten sollten durch Skalen- und Lerneffekte gesenkt werden. Dabei könnten ein Marktanreizprogramm sowie ein entsprechend hoher CO2-Preis helfen, um die Preisdifferenz zwischen erneuerbar erzeugten PtG-Produkten zu fossilen Gasen zu reduzieren. Diese Zukunftstechnologie dürfe allerdings nicht davon ablenken, dass die erneuerbaren Energien ausgebaut werden müssten. Mit blauem oder blauem Wasserstoff sollte sich Deutschland nicht verzetteln, schreiben die Abgeordneten.

Biogasanlagen sollen Beitrag leisten

Einen kleinen Anteil an grünen Gasen gibt es bereits in Deutschland: 213 Biogas-Aufbereitungsanlagen speisen 10 TWh erneuerbares Biomethan in das Gasnetz ein. Für diese Anlagen müsse eine Anschlussfinanzierung gewährleistet werden, fordern die Abgeordneten. Diese Finanzierung sollte daran geknüpft werden, dass die Anlagen weitgehend auf Rest- und Abfallstoffe sowie Gülle umgestellt werden. Zudem müssten sich die Biogasanlagenbetreiber entscheiden, ob sie die Anlagen entweder flexibilisieren oder ob sie ihre Anlagen mit Aufbereitungs- und Einspeisetechnik zu Biomethananlagen umrüsten. Hierzu können auch bestehende, kleine Anlagen durch Pooling zur gemeinsamen Nutzung der Aufbereitungs- und Einspeisetechnik zusammengelegt werden.

Auch Infrastrukturen und Anwendungstechnologien müssten für den Einstieg in grüne Gase angepasst werden. Neue Infrastrukturen, die ausschließlich für fossiles Gas genutzt werden können und sollen, führten zu Lock-In-Effekten und seien daher nicht sinnvoll.

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