Grüne Bundestagsfraktion fordert „Grüne Wasserstoffstrategie“

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Symbolbild-Wasserstoff
Quelle: malp - stock.adobe.com

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen setzt sich für eine „Grüne Wasserstoffstrategie“ ein. Die Abgeordneten fordern in einem Antrag (19/18733), der Produktion und Verwendung von grünem Wasserstoff aus erneuerbaren Energien im Sinne des Klimaschutzes in Deutschland eine wirtschaftliche Perspektive zu geben. Außerdem sollten Investoren im Zuge des Ausbaus erneuerbarer Energien Sicherheit für Erneuerbare-Energien-Anlagen für den gesamten Zeitraum bis mindestens 2030 erhalten. Der Solardeckel und Hürden für den Ausbau von Windkraftanlagen müssten fallen, so Bündnis 90/Die Grünen.

Grüner Wasserstoff und die intelligente Verknüpfung von Sektoren würden in der Energiewelt von morgen eine wichtige Rolle spielen, begründen die Abgeordneten ihren Vorstoß. Gerade die Folgen der Corona-Krise verlangten nach einem weitsichtigen Investitions- und Konjunkturprogramm, das akutes Krisenmanagement mit einer cleveren Neuausrichtung der heimischen Industrie verbindet. Der Investitionsbedarf in grüne Energie, in Produktionsanlagen für grünen Wasserstoff sowie allgemein in die Wasserstoffwirtschaft ist eine große industriepolitische Chance, der Konjunktur mit zukunftsweisenden Technologien neuen Schwung zu verleihen.

Strom zur Erzeugung von grünem Wasserstoff sollte günstig zur Verfügung stehen

Den vielfältigen Potenzialen einer deutschen Wasserstoffwirtschaft ständen jedoch die derzeitigen politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen entgegen und machten die besten Ideen unwirtschaftlich. Der Strompreis werde völlig verzerrt, weil die Bundesregierung seit Jahren die notwendige Reform der Abgaben und Umlagen verweigere. Ziel der Reform müsse es sein, Strom aus erneuerbaren Energien gezielt für flexible Verbraucher – wie die Erzeugung von grünem Wasserstoff – günstiger verfügbar zu machen. Das bedeutet, die Kosten für den Stromverbrauch zeitlich und lokal spezifisch deutlich abzusenken und somit die netzdienliche Produktion von Wasserstoff im Markt lukrativ zu machen.

Zentral sei auch ein klarer klimapolitischer Rahmen für eine CO2-freie Produktion inklusive eines entsprechenden CO2-Preises. Kurzfristig sei es sinnvoll den Markthochlauf von Elektrolyseuren durch eine Förderung an besonders Energiewende dienlichen Standorten zu unterstützen.

Importstrategie für grünen Wasserstoff notwendig

Bündnis 90/Die Grünen betont in der Anfrage auch, dass sich die EU nicht der falschen Hoffnung hingeben darf, große Mengen Wasserstoff – in geopolitisch unsicheren Zeiten und bei ungeklärten technischen Fragen – zu importieren. Wichtig sei es, schnell Erfahrung mit möglichen Importen zu sammeln und basierend auf diesen Erkenntnissen die künftige Importstrategie zu entwickeln.

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