Großprojekt „Quarree 100“ setzt auf effiziente Energieversorgung in Stadtquartier in Heide

Sowohl zentrale als auch dezentrale regenerative Energiequellen

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Bildquelle: Schwender/ Stadt Heide

Der nachhaltige Umbau der Energieversorgung eines Quartiers in Heide im Kreis Dithmarschen und die Entwicklung zukunftsweisender Energietechnologien stehen im Zentrum des neuen Großprojektes „Quarree 100“. Unter dem Stichwort „Energieeffiziente Stadt“ geht es insgesamt um die Erprobung neuer Technologien in großem Maßstab, und das Modell soll am Ende bundesweit auf andere Städte und Regionen übertragbar sein.

Das teilte die Universität Bremen mit, die das Projekt koordiniert. Im 20 ha großen Stadtteil Rüsdorfer Kamp mit vorrangig Geschosswohnungsbau aus den 1950er bis 1960er Jahren soll eine effiziente Strom-, Wärme und Kraftstoffversorgung entwickelt werden. Ziel sei die möglichst vollständige Verwertung erneuerbarer Energien und insbesondere die Nutzung von den Anteilen der Windenergie, die aufgrund von Netzengpässen und fehlender Flexibilität im System abgeregelt werden und damit verloren gehen.

Resiliente Energieversorgungssysteme

Im Zentrum steht die Umsetzung einer eigenen Energieerzeugung und -versorgung innerhalb des Quartiers, die sowohl zentrale als auch dezentrale regenerative Energiequellen berücksichtigt. Anfallende Stromüberschüsse sollen elektrochemisch in zentralen Batteriespeichern sowie in Gasspeichern gesammelt werden. Um die Versorgung insgesamt auch unter Extremsituationen und in Störfällen gewährleisten zu können, müssen die Energiesysteme resilient, das heißt widerstandsfähig, sein. Gleichzeitig soll das Quartier eine stabilisierende Wirkung auf das Energiesystem insgesamt entfalten.

Alternative Antriebsquellen für Fahrzeuge

In dem Projekt erprobt werden sollen außerdem hybride Lösungen für den individuellen und öffentlichen Verkehr. Die Forscher wollen den Angaben zufolge eine „Tankstelle der Zukunft“ entwickeln, eine Idee, die vom Projektpartner Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) vorangetrieben werde. Dabei werden der regenerativ erzeugte Wasserstoff, Methan und Strom als alternative Antriebsquellen für Fahrzeuge angeboten.

Gemeinsam mit der Entwicklungsagentur Region Heide, dem „Steinbeis Innovationszentrum (SIZ) energie+“, einem An-Institut der TU Braunschweig, und weiteren Partnern hat das „Institute for Advanced Energy Systems (AES)“ der Universität Bremen den Zuschlag für das Projekt erhalten. Das Projekt mit dem vollen Titel „Quarree 100 – Resiliente, integrierte und systemdienliche Energieversorgungssysteme im städtischen Bestandsquartier unter vollständiger Integration erneuerbarer Energien“ wird in den nächsten fünf Jahren mit 25 Mio. € von der Bundesregierung gefördert. Das Budget der Universität Bremen beträgt 5,6 Mio. €.

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Quelle: Entwicklungsagentur Region Heide

Das Projekt wird in den Förderschwerpunkt „Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt“ aufgenommen, der ressortübergreifend vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird. Den Angaben zufolge waren über 60 Projektskizzen aus Stadtverwaltungen, Forschungsinstituten und Unternehmen in den Ministerien eingegangen. Quarree 100 wurde als „Leuchtturmprojekt“ eingestuft und wird nun als eines von sechs Demonstrationsobjekten gefördert

Bürger werden beteiligt

„Es wird Zeit, dass wir die grüne Energie, die vor unserer Haustür in großem Maße vorhanden ist, zu einem handfesten Standortvorteil weiterentwickeln. Mit Quarree 100 möchten wir dieses Potential zu den Menschen und in die Region bringen, damit möglichst viele von der Energiewende profitieren können“, meint der Wirtschaftsförderer bei der Entwicklungsagentur Region Heide, Dirk Burmeister. Die Verknüpfung zwischen Wissenschaft, Planung und Bürgerbeteiligung ermögliche es, neue Lösungen gemeinsam mit den Bürgern, Unternehmen und Kommunen vor Ort praxisnah zu erproben. Dies stärke nicht nur die Wirtschaftskraft der Region, sondern schaffe auch ein ganz neues Verständnis für die Chancen der Energiewende.

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