Deutschlands Langfristziel ist es, bis 2050 weitgehend treibhausgasneutral zu werden. Noch ist jedoch nicht absehbar, wie der Energiesektor dieses Ziel erreichen soll, da die Maßnahmen dahinter zurückbleiben. Ein Beispiel ist das vom baden-württembergischen Kabinett beschlossene Klimaschutzgesetz, dass eine Ausstrahlungswirkung auf andere Bundesländer haben könnte. Enttäuschend ist , dass es keine Solar-Pflicht für neue Wohngebäude geben soll. Damit wird der Solar-Ausbau in dem südlichen Bundesland hinter dem Potenzial zurückbleiben.

Der Titelbereich von Ausgabe 31.2020 von EUWID Neue Energie stellt das baden-württembergische Klimaschutzgesetz im Detail vor und bildet die Kritik der Erneuerbaren-Branche ab. Ähnlich kritisch beurteilt die Branche die Maßnahmen im Bereich der Windenergie auf Bundesebene.

Denn auf der einen Seite setzt die Bundesregierung stark auf den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft. Aktuell hat mit  Westküste100 erstmals ein Wasserstoff-Projekt einen Förderbescheid als Reallabor bekommen. Im Rahmen des Projekts wird langfristig eine Wasserstoff-Produktionsleistung von 700 MW anvisiert. Um den Wasserstoff zu produzieren, soll wie in vielen anderen Projekten Windkraft eingesetzt werden. Doch der Windkraftausbau an Land ist ins Stocken geraten. Während die Windkraft-Branche einen Zubau etwa 4.700 MW pro Jahr für notwendig hält, lag der Netto-Zubau im ersten Halbjahr 2020 nur bei 507 MW.

Ein wesentliches Problem der Windkraftbranche sind weiterhin genehmigungsrechtliche Hürden. Beispielhaft dafür ist der Windpark Taunuspark, der nun laut dem Verwaltungsgericht Wiesbaden gegen den Widerstand des Landes Hessen doch errichtet werden darf. Durch den schwächelnden Windkraftausbau an Land ist Branchenriese Nordex in Schieflage geraten, als belastendes Element kommt die Corona-Krise hinzu. (Beitragsbild: Alberto Masnovo – stock.adobe.com)

Redaktionstipps: Die Topmeldungen der Woche

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein