Großauftrag: Weltec Biopower baut Biomethananlage in Großbritannien

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Weltec baut Biomethananlage auf Lanes Farm
Quelle: Weltec Biopower

Der deutsche Biogasanlagenhersteller Weltec Biopower hat in Pontefract, in der englischen Grafschaft West Yorkshire, mit dem Bau einer Biomethananlage begonnen. Auftraggeber und Betreiber ist Lanes Farm Energy, an der der Projektentwickler Aqua Consultants beteiligt ist. Nach Angaben von Weltec Biopower ist die Anlage eine der größten, die das Unternehmen in seiner 18-jährigen Geschichte errichtet hat.

Die Anlage wird Ende 2019 in Betrieb gehen und stündlich rund 850 Normkubikmeter (Nm³) Biomethan in das britische Gasverteilungsnetz einspeisen. Damit können rund 9.600 Haushalte mit Energie versorgt werden.

Lebensmittelreste, Rinder- und Hühnermist sowie Gras- und Grünroggensilage als Substrate

„Zur Nachhaltigkeit des Projekts tragen maßgeblich die Inputstoffe bei“, sagte Kevin Monson, Vertriebsmanager bei Weltec UK. Über die Hälfte der 80.000 Tonnen Substrate sind Lebensmittelreste. „Hinzu kommen noch Rinder- und Hüh-nermist sowie Gras- und Grünroggensilage“ berichtet Monson. Nicht zuletzt wegen der konsequenten Reststoffverwertung hält die Geschäftsführerin des britischen Biogasverbandes ADBA, Charlotte Morton, Biomethanprojekte wie in Pontefract für ökologisch und ökonomisch wegweisend. Laut ADBA können durch anaerobe Vergärung von Lebensmittelabfällen zukünftig ein Drittel des Gas- oder Strombedarfs im Vereinigten Königreich gedeckt und 35.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Aufgrund der Substratstruktur wurde sich bei der Fermenterbeschickung für zwei 110 und 200 Kubikmeter große Dosierer mit Schubleistensystem entschieden. Für die Zwischenlagerung der flüssigen Substrate installiert Weltec in Pontefract fünf Behälter, von denen zwei inklusive der Böden komplett aus Edelstahl bestehen. Die Vermischung des festen und flüssigen Inputmaterials geschieht in zwei MultiMix-Einheiten. „Durch die Anmaischung und Zerkleinerung sind die Stoffe im Fermenter schneller für die Bakterien verfügbar und es muss weniger Energie zum Rühren aufgebracht werden“, so  Carsten Hesselfeld, Vertriebsingenieur bei Weltec UK..

Biomethan wird durch Membranaufbereitung gewonnen

In vier Edelstahl-Fermentern mit einer Höhe von 8,80 Metern und jeweils 6.848 Kubikmeter – ein Fassungsvermögen, das über das durchschnittliche Maß hinausgeht – erfolgt schließlich die Gasproduktion. Um das Biogas zu hochwertigem Biomethan zu konditionieren, hat sich Weltec für eine Membranaufbereitung entschieden. In einem mehrstufigen Separationsprozess wird das Rohbiogas dort effizient und ohne Methanschlupf veredelt. Ab Dezember 2019 entstehen so jährlich rund 7,3 Mio. Kubikmeter einspeisefähiges Biomethan.

Neben Biomethan entsteht aber auch Gärrest, der als hochwertiger Dünger verwendet wird. Dafür wird er zuvor hygi­enisiert und separiert. Der Nachhaltigkeitsgedanke findet sich auch in diesen Prozessschritten wieder. Denn die Hygienisierungseinheit ist mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet. Für die weitere Energiebereitstellung hat Weltec in Pontefract ein 500-Kilowatt Blockheizkraftwerk integriert. Mit der Netzeinspeisung der überschüssigen Wärme- und Strommengen aus dem BHKW wird der Betreiber weitere Einnahmen erzielen.

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