In Boxberg/Oberlausitz ist ein Rotationskinetischer Speicher (RKS) in Erstbetrieb gegangen. Die Speicherkapazität suche ihresgleichen, heißt es in einer Mitteilung der TU Dresden. Der RKS eigne sich trotz seines großen Speichervermögens „anders als andere Speicherlösungen“ für den dezentralen Einsatz in Windparks, heißt es bei der Stiftungsprofessur für Baumaschinen der TU Dresden. Mit dem Demonstrator sei ein „bedeutender Schritt dieser Technologie in Richtung Marktreife“ geglückt, zeigen sich die Forschenden erfreut.

Umgesetzt wurde das vom Bundeswirtschaftsministerium laut Bundesbericht Energieforschung mit 2,8 Mio. € geförderte Projekt mit sächsischen Projektpartnern aus den Bereichen Maschinenbau, Anlagenbau, Hydraulik, Vakuumtechnologie, Elektrotechnik und Sensorik. In einem Anschlussvorhaben soll das Betriebsverhalten der errichteten Rotationsmassenspeicher-Anlage langfristig analysiert und zur Einsatzreife weiterentwickelt werden.

Um die Stromversorgung auch bei Dunkelflaute zu sichern, müsse Energie gespeichert werden und bei Bedarf schnell zur Verfügung stehen. Weil Windenergieanlagen und somit auch die Mengen des erzeugten Stroms immer größer werden, bedürfe es Speicher mit hoher Speicherkapazität. Bislang gebe es in Windparks keine Möglichkeit, die anfallenden Energiemengen zu speichern, heißt es von Seiten der TU Dresden. Die am Markt verfügbaren, kleineren RKS würden dort aus wirtschaftlichen Gründen nicht genutzt, weil sie in großer Anzahl miteinander kombiniert werden müssten.

Derzeit ist kein Kurzzeitspeicher dieser Art bekannt, der eine vergleichbare Speicherkapazität besitzt und sich für den Einsatz in zukünftigen erneuerbaren Energiesystemen eignet.TU Dresden
Das Foto zeigt den fertig montierten RKS-Demonstrator von oben betrachtet (Bildquelle: Stiftungsprofessur für Baumaschinen der TU Dresden)

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Dresden haben nun einen RKS entwickelt, der eine fünf Mal höhere Kapazität als das bislang größte RKS-System in Verbindung mit erneuerbarer Energiegewinnung aus Windkraft besitze. „Ziel war es, einen langlebigen, dynamischen und hocheffizienten Energiespeicher zu entwickeln, der direkt neben einem Windrad, also dort wo der Strom erzeugt und mit geringen Verlusten übertragen wird, errichtet werden kann.“, sagt Thomas Breitenbach von der projektleitenden Stiftungsprofessur. Hierfür sei es notwendig gewesen, völlig neue Anforderungen an das Speichersystem zu stellen „und Grenzen der Technologie zu erweitern“.

Mit der erreichten Speicherkapazität von 500 kWh und einer elektrischen Lade- und Entladeleistung von 500 kW hätten die Forscher erfolgreich Neuland auf dem Gebiet einrotoriger RKS-Systeme betreten. „Derzeit ist kein Kurzzeitspeicher dieser Art bekannt, der eine vergleichbare Speicherkapazität besitzt und sich für den Einsatz in zukünftigen erneuerbaren Energiesystemen eignet“. (Beitragsbild: Teilschnittdarstellung der Konstruktion des Rotationskinetischen Speichers mit Mensch als Bezugsgröße; Bildquelle: Stiftungsprofessur für Baumaschinen der TU Dresden)

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