GP Joule: Sektorkopplung in Schleswig-Holstein machbar

1790

Die Verbindung von Strom-, Wärme- und Mobilität aus überschüssigen erneuerbaren Energien schafft eine regionale, klimafreundliche Wertschöpfung und trägt nachweisbar zur Steigerung der Akzeptanz des Ausbaus erneuerbarer Energien in der Bevölkerung bei. So lautet das Ergebnis einer Sektorkopplungs-Machbarkeitsstudie im Auftrag der GP Joule GmbH, eines auf erneuerbare Energien und Speichertechnologie spezialisiertes Unternehmens.

Die 82-seitige Studie „Akzeptanz durch Wertschöpfung – Wasserstoff als Bindeglied zur Kopplung des Wärme-, Strom-, Industrie- und Verkehrssektors“ zeigt auf, wie das immense Aufkommen an überschüssigem Strom aus Erneuerbaren in Schleswig-Holstein durch Power-to-Gas-Technologie regional nutzbar gemacht werden kann. Dabei wandeln fünf in Nordfriesland installierte PEM-Elektrolyseure Windstrom in Wasserstoff um. Die dabei anfallende Wärme werde in bereits vorhandene Nahwärmenetze eingespeist und trage so zur Wärmewende bei. Der Wasserstoff wird gespeichert und anschließend über zwei H2-Tankstellen in Husum und Niebüll an zwei Brennstoffzellenbusse abgegeben, die im regulären Öffentlichen Nahverkehr auf Linienstrecken unterwegs sind. Die PEM-Elektrolysestacks werden durch H-TEC Systems, ein Tochterunternehmen von GP Joule in Lübeck, entwickelt und gefertigt.

Unser Verbundvorhaben beweist, dass Wasserstoff aus erneuerbaren Energien zu wettbewerbsfähigen Kosten erzeugt und als CO2-freier Kraftstoff für den Mobilitätssektor angewendet werden kann. Weder aus technischer, genehmigungsrechtlicher oder wirtschaftlicher Perspektive gibt es für das Verbundvorhaben signifikante Hürden“, erklärte der Geschäftsführer von GP Joule, Ove Petersen. Busse seien daher langfristig nicht die einzigen Abnehmer von grünem Wasserstoff. Wenn die Wasserstoff-Tankstellen erst in Betrieb gingen, würden die heute schon verfügbaren Wasserstoffautos als Kunden hinzukommen.

„Zukünftig sehen wir Absatzmärkte im Schienen-, Schiffs- und Güterverkehr“, so Petersen. Dass solche Konzepte und auch die innovative Elektrolysetechnologie, die ihre Umsetzung möglich macht, in Schleswig-Holstein entwickelt und produziert werden, zeige zudem, dass die Energiewende auch industriepolitisch viel Sinn mache, so Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). Sieben Institutionen, darunter das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI), das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und die Stiftung Umweltenergierecht, haben die Machbarkeitsstudie zum Thema Windenergie im Tank erarbeitet und dabei auch die sozio-, energie-, wirtschafts- und industriepolitischen Dimensionen untersucht.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein