GP Joule nutzt Windenergie zum Betrieb von Wasserstoff-Fahrzeugen

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Quelle: GP Joule

Im Kreis Nordfriesland sollen ab 2020 fünf Brennstoffzellen-PKW sowie zwei Brennstoffzellenbusse, die im Linienverkehr eingesetzt werden, Wasserstoff aus Windenergie tanken. Bei dem Projekt „eFarm“ handele es sich um das bisher größte grüne Wasserstoff-Mobilitätsprojekt in Deutschland, teilte GP Joule mit. Die Unternehmensgruppe aus Reußenköge hatte eigenen Angaben zufolge bereits im März 2017 den Grundstein für das Projekt gelegt.

Rund um das bisher als „Wasserstoff-Mobilitätsprojekt“ bekannte Verbundvorhaben wird die von GP Joule initiierte eFarming GmbH & Co. KG nun ein modular erweiterbares Wasserstofferzeugungs- und -vertriebsnetz in Nordfriesland aufbauen und betreiben. Das laufende Projekt eFarm wird im Rahmen der Förderrichtlinie Nationales Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit insgesamt 8 Mio. € durch das Bundesverkehrsministerium gefördert. Die Umsetzung der Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert.

Quelle: GP Joule

Fünf Elektrolyseure mit 225 kW Leistung werden errichtet

Für die Produktion des grünen Wasserstoffs aus Windkraft, der an den zwei öffentlichen Tankstellen in Husum und Niebüll getankt werden kann, werden im Einzelnen bis Ende 2019 fünf Elektrolyseure mit je 225 kW Leistung an geeigneten Standorten installiert – nah an den Windkraftanlagen und in der Nähe von Wärmenetzen. Da bei der Produktion von Wasserstoff auch Wärme anfällt, wird diese zur lokalen nachhaltigen Wärmeversorgung beitragen.

Der aus Windkraft produzierte Wasserstoff wird in mobile Speichercontainer abgefüllt und per LKW zu den beiden Wasserstofftankstellen transportiert. Dort wird der Wasserstoff nochmals höher verdichtet, um bei Bedarf die Busse, aber auch weitere Wasserstoff-LKW oder -PKW zu betanken. Der Tankvorgang benötigt nur wenige Minuten und eine Tankfüllung reicht aus, um mit einem Bus beispielsweise 350 km oder einem PKW 600 km zu fahren. Die Fahrzeuge werden so von Beginn an zu 100 Prozent mit grünem Wasserstoff versorgt.

Bürger werden systematisch in Projekt miteinbezogen

Bereits über 60 Privatpersonen und Unternehmer aus der Region haben Interessen daran bekundet, sich nach der Inbetriebnahme der Wasserstofftankstellen Brennstoffzellenfahrzeuge anzuschaffen und den Wasserstoff vor Ort zu beziehen. „Wenn der Zusammenhang zwischen erneuerbarer Energieerzeugung und -verbrauch hergestellt wird, die Vielfalt an Nutzen sichtbar wird, an dem viele auch in puncto Wertschöpfung und Wohlstand partizipieren können – dann akzeptieren die Bürger den Wandel zur Energiewende“, sagte Ove Petersen, Mitgründer und Geschäftsführer von GP Joule.

Das Projekt eFarm werde eine direkte Bürgerbeteiligung ermöglichen, viele Akteure einbinden und diese fit für die Teilnahme am Sektorenkopplungsmarkt machen. Projektbegleitend ist ein systematisches Akzeptanzmanagement vorgesehen, das einen Dialogprozess initiiert, die Akzeptanz systematisch in einem Monitoring erfasst und ihre Einflussgrößen aufzeigt. „Wenn die Bürger auf diesem Weg die erneuerbaren Energien erfahren und an der regionalen Wertschöpfung partizipieren können, dann sorgt das für die nötige Akzeptanz, so Petersen.

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