Gewerkschaft IG BCE fordert kurzfristige Einberufung eines „Solargipfels“

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Die Gewerkschaft IG BCE hat einen „Solargipfel“ gefordert. Ein entsprechender Gipfel sollte kurzfristig einberufen werden und unter Beteiligung von Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern der Branche stattfinden. „Der Überlebenskampf der deutschen Photovoltaik-Industrie darf der Politik nicht gleichgültig sein“, sagte der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis. Gemeinsam müsse ein Sofort-Programm entwickelt werden, damit diese „Zukunftsbranche mit ihrem hohem Innovations-, Beschäftigungs- und Wachstumspotential weiterhin eine Chance in Deutschland hat“. Nach Einschätzung der IG BCE ist die Insolvenz des Solarmodul-Herstellers Sovello ein „weiteres alarmierendes Signal, dass Deutschland dabei ist, einen gerade erst mit großen finanziellen Aufwand geförderten Industriezweig wieder komplett zu verlieren“. Der erneute Verlust von Arbeitsplätzen, 1.000 allein bei Sovello, zeige zudem dass die Energiewende „in vielfacher Hinsicht zu sozialen Verwerfungen führt“. Die Photovoltaik leiste aufgrund der Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mittlerweile einen signifikanten Beitrag zur Stromversorgung in Deutschland und habe auch weltweit den Durchbruch geschafft. „Das konnte nur mit den deutschen Forschungsleistungen und der Innovationskraft der Unternehmen hierzulande gelingen“, betonte Vassiliadis. „Doch wir ernten nicht, was gesät wurde, sondern lassen zu, dass andere die Früchte unserer Arbeit genießen.“ Vassiliadis verlangte „ein industriepolitisches Konzept, das gemeinsam mit allen Beteiligten der Branche zu entwickeln ist und durch sinnvolle Förderung hilft, die Unternehmen zu stabilisieren“. Das sei insbesondere erforderlich, weil die deutsche Photovoltaik-Industrie einem gezielten und unfairen Verdrängungswettbewerb ausgesetzt sei. Zugleich müsse nach sozialverträglichen Lösungen für die gekündigten oder von Kündigung bedrohten Beschäftigten gesucht werden.


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