Geplante Kürzung der Solarförderung: solarhybrid und Q-Cells sehen keine Perspektiven mehr für große Solarparks

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Die geplante Kürzung der Solarförderung könnte das Aus für neue große Solarparks mit sich bringen. Der auf Großanlagen spezialisierte Projektierer solarhybrid schlägt Alarm und erklärt, dass die Errichtung des Großprojekts Neuhardenberg mit einer geplanten Leistung von 150 MWp bei Verabschiedung des Gesetzes selbst unter Berücksichtigung entschärfter Fristen nicht möglich sei. Aufgrund der geschätzten Dauer eines Bebauungsplan- und Genehmigungsverfahren von mindestens sieben Monaten sei eine Fertigstellung zum 1. Juli als zuletzt vorgeschlagenem Stichtag für Großprojekte ab 10 MWp nicht möglich, teilte das Unternehmen mit. Dies wäre gleichbedeutend mit einem Verlust der bisher für das Projekt investierten 7,5 Mio. €. Ähnlich sehe es bei einer Reihe kleinerer Projekte aus, berichtet solarhybrid. Die Vorhaben in Belling, Allstedt III und Fürstenwalde II seien nicht rechtzeitig fertig zu stellen. Dies bedeute den Verlust von weiteren 4 Mio. €, die bereits in die entsprechenden Vorhaben investiert wurden. „Insgesamt ist das gesamte Geschäftsmodell der solarhybrid in Deutschland in Frage gestellt, da solarhybrid aktuell ausnahmslos auf die Projektentwicklung und -realisierung von Solarstromkraftwerken mit einer Leistung von mindestens 10 MWp ausgerichtet ist“, heißt es seitens des Briloner Unternehmens.



Nach den Planungen der Bundesregierung sollen die Vergütungssätze von Großanlagen zwischen 1 MWp und 10 MWp auf 13,5 ct/kWh sinken. Für größere Anlagen mit einer Leistung von mehr als 10 MWp soll es gar keine Vergütung mehr geben. Zwischen Januar und September 2011 entfielen nach Daten der Bundesnetzagentur 23,7 Prozent der neu installierten Photovoltaikleistung in Deutschland auf Anlagen bzw. Anlagenteile mit einer Leistung von mehr als 1 MWp. Bezogen auf die Anlagenzahl entfiel auf die entsprechenden Anlagen nur 0,2 Prozent des Zubaus in den ersten drei Quartalen des Vorjahres. Bereits vor der Verabschiedung des Gesetzes habe die Diskussion nachteilige Wirkungen auf die Geschäfte von solarhybrid. Eine für das Unternehmen bedeutende und bei Bekanntgabe des Ministerentwurfes weit fortgeschrittene Finanzierungsmaßnahme sei nunmehr als „gefährdet“ einzustufen, heißt es weiter. Die solarhybrid AG habe bis zum 6. März die Ausgabe einer Unternehmensanleihe zur Finanzierung der im Februar 2012 vereinbarten Übernahme der US-amerikanischen Aktivitäten der Solar Millennium AG und des Projektes Vega in Italien im Wege einer Privatplatzierung an institutionelle Investoren geplant. Der Vorstand prüfe nunmehr alternative Finanzierungen für diese Projekte. Man befinde sich diesbezüglich „in konkreten Verhandlungen“. Die Veröffentlichung des geprüften Konzerngeschäftsberichtes 2011 im März 2012 erscheine vor dem Hintergrund der aktuellen Unsicherheiten „nicht mehr möglich“. Beim Modulhersteller Q-Cells und seinem Partner Getec green energy könnten die jüngsten Pläne für ein späteres Inkrafttreten der Solarkürzungen genügend Luft zur Fertigstellung eines 28-MW-Projekts in Amsdorf bei Halle geben. Hier wurde am vergangenen Montag mit den Bauarbeiten für das Projekt begonnen. Die Fertigstellung ist für den 15. April vorgesehen. Investiert werden nach Angaben von Q-Cells rund 50 Mio. €. Q-Cells-Vorstandschef Nedim Cen zeigte sich pessimistisch, was den weiteren Bau von großen Solarparks angeht. „Größere Projekte rentieren sich auf absehbare Zeit nicht mehr, wenn die Kürzungen wie derzeit geplant umgesetzt werden“, sagte Cen der „Mitteldeutschen Zeitung“.


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