Geothermie und E-Mobilität für Industriefläche in Bochum

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Bundesverband Geothermie: Steuern und Abgaben für Geothermiestrom angleichen
Symbolbild: (Quelle: Isabelle - stock.adobe.com)

Das Versorgungskonzept für den ehemaligen Opel-Standort in Bochum-Laer, MARK 51°7, fußt auf Geothermie, Ladeinfrastruktur für Elektromobilität und Bandbreiten von 10 Gbit/s. Wie die Stadtwerke Bochum mitteilen, laufe die Vermarktung der Flächen auf Hochtouren und erste Firmen hätten sich bereits für den Wirtschaftsstandort entschieden. „Das für MARK 51°7 entwickelte Energiekonzept hebe sich vorrangig durch eine innovative Wärme- und Kälteversorgung von der Erschließung vergleichbarer Industrieflächen ab, so der Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke, Dietmar Spohn.

„Nie zuvor wurde eine Fläche dieser Größenordnung mit Geothermie erschlossen, erklärt Thomas Eiskirch (SPD), der Oberbürgermeister der Stadt Bochum. Aus zwei Umspannwerken soll elektrische Leistung bereitgestellt werden, so dass ausreichend Reserven vorhanden sind, meint Spohn.

Nach Angaben der Stadtwerke Bochum ist eine in dieser Form in Deutschland einzigartige Nutzung des Energiepotenzials von Grubenwasser für die Wärme- und Kälteversorgung der Fläche vorgesehen. Die Stadtwerke Bochum planen in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Geothermiezentrum Bochum, das rund 30 Grad warme Grubenwasser aus dem Bergwerk der ehemaligen Zeche Dannenbaum in rund 800 Metern Tiefe zu Tage zu fördern und für die Wärmeversorgung zu nutzen.

Auch für die Kälteversorgung soll das Grubenwasser, allerdings aus einer Tiefe von etwa 300 Metern, bei ca. 18 Grad gehoben werden. Das natürliche Energiepotenzial des Grubenwassers wird Prognosen zufolge zu 75 Prozent den Wärme- und Kältebedarf der angeschlossenen Abnehmer decken. Der verbleibende Wärmebedarf wird aus dem Fernwärmenetz der FUW GmbH, einer Tochtergesellschaft der Stadtwerke Bochum, gedeckt. Die restlichen Kältemengen werden über konventionelle Kälteanlagen an das Kältenetz von MARK 51°7 übergeben.

Durch den Einsatz der Geothermie streben die Stadtwerke auf MARK 51°7 einen besseren Primärenergiefaktor als 0,50 an. Das sei für eine Industriefläche dieser Größenordnung ein Spitzenwert, der helfe, die gesetzlichen Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) für Neubauten zu erreichen.

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