Gemeinsame Ausschreibungen: Klarer Sieg für die Photovoltaik

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Quelle: vencav / Fotolia

Klarer Sieg für die Photovoltaik gegenüber der Windkraft: In den ersten gemeinsamen Ausschreibungen, die von der Bundesnetzagentur technologieübergreifend formuliert wurden, haben sich ausschließlich Solaranlagen durchgesetzt. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert beträgt 4,67 ct/kWh, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit.

Ausgeschrieben waren 200 MW. Es wurden 32 Zuschläge für Gebote in einem Umfang von 210 MW erteilt. „Das Ergebnis dieser gemeinsamen Ausschreibung zeigt, dass die Solarenergie in Deutschland derzeit sehr wettbewerbsfähig ist“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Thomas Bareiß. „Wir brauchen insgesamt einen ausgewogenen Mix der erneuerbaren Erzeugungstechnologien.“

EE-Branche kritisiert Instrument der gemeinsamen Ausschreibungen

Das EEG 2017 hat die Grundlage für das Pilotprojekt zu den gemeinsamen Ausschreibungen geschaffen. Jährlich werden zwei mal 200 MW Leistung gemeinsam ausgeschrieben. Die Idee, die beiden Technologien im direkten Wettbewerb gegeneinander antreten zu lassen, ist allerdings umstritten. BWE-Chef Wolfram Axthelm sagte kürzlich, Kostenwettbewerb, Netzsituation und Kapazitätsausbau einzelner Technologien ließen sich nicht über ein Verfahren steuern. Damit überfrachte man zwangsläufig die marktwirtschaftlichen Instrumente und mache sie ineffizient, warnte Axthelm.

Auch das BMWi selbst zeigte sich bei der Vorstellung der Eckpunkte für die gemeinsamen Ausschreibungen vor rund einem Jahr zurückhaltend, was den Nutzen des Instruments angeht. „Das Pilotvorhaben bedeutet nicht, dass die gemeinsamen Ausschreibungen auch nach dem Jahr 2020 fortgeführt werden sollen. Das Bundeswirtschaftsministerium hält nach wie vor technologiespezifische Ausschreibungen für vorzugswürdig“, hieß es seinerzeit.

Mengengewichteter Zuschlagspreis über technologiespezifischem Zuschlagspreis

Ein Fragezeichen kommt durch die Höhe des mengengewichteten Zuschlags dazu. Im Grunde sollten durch die technologieübergreifende Verbreiterung der Wettbewerbsbasis sinkende Angebotspreise resultieren. Zumindest gegenüber der letzten reinen PV-Ausschreibungsrunde ist dies nicht geglückt. Sie endete mit einem durchschnittlichen mengengewichteten Zuschlag von 4,33 ct/kWh. Der jetzt ermittelte Zuschlagswert bei den gemeinsamen Ausschreibungen liegt acht Prozent darüber.

Erneuerbaren-Finanzierung: Subventionsfreier Ausbau etwa ab Ende 2020 realisierbar

 

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