Gemeinsame Ausschreibung ohne Gebote für Windenergie

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Die Windenergie an Land hat im Rahmen der gemeinsamen Ausschreibung kein einziges Gebot erhalten. Zum Gebotstermin 1. November 2019 wurden nach Angaben der Bundesnetzagentur (BNetzA) 103 Gebote ausschließlich für Solaranlagen im Umfang von 514.015 kW eingereicht. Die ausgeschriebene Menge von 200.000 kW war damit erneut deutlich überzeichnet.

Mit diesem Ergebnis geht laut der Vorsitzenden der BDEW-Hauptgschäftsführung, Kerstin Andreae, „die für die Energiewende fatale Entwicklung weiter“. Den guten Ansätzen für beschleunigte Planungs- und Genehmigungsprozesse habe die Bundesregierung leider eine Windausbau-Bremse entgegenstellt, so Andreae. Erfreulich seien dagegen die Ausschreibungsergebnisse für die Solarenergie. Sie sei ein wichtiger Pfeiler der Energiewende.

Insgesamt bezuschlagte die Bundesnetzagentur 37 Gebote für eine zu errichtende Solarleistung von 202.593 kW. Die in den bezuschlagten Geboten angegebenen Flächen verteilen sich auf acht Bundesländer. 20 der bezuschlagten Gebote beziehen sich davon auf Flächen in Bayern (76.122 kW). Dahinter folgen fünf bezuschlagte Gebote auf Flächen in Rheinland-Pfalz (33.965 kW) und vier bezuschlagte Gebote auf Flächen in Schleswig-Holstein (31.500 kW). Mit je zwei bezuschlagten Geboten schreitet der PV Freiflächenausbau in Baden-Württemberg (18.156 kW), Mecklenburg-Vorpommern (20.000 kW) und Sachsen-Anhalt (14.500 kW) voran. Brandenburg (7.250 kW) und Hessen (1.100 kW) können je ein bezuschlagtes Gebot verzeichnen.

Zuschlagswerte Solar zwischen 4,88 ct/kWh und 5,74 ct/kWh

Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte liegen zwischen 4,88 ct/kWh und 5,74 ct/kWh (Vorrunde 4,50 bis 6,10 ct/kWh). Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert (vor Eingang der Zweitsicherheiten) beträgt in diesem Verfahren 5,40 ct/kWh und ist gegenüber der Vorrunde im April 2019 (5,66 ct/kWh) leicht gefallen. Der Wert liegt wiederum oberhalb der letzten technologiespezifischen Solarausschreibung (4,90 ct/kWh) und zeigt, dass die ausgeschriebenen Mengen Spielraum für Gebote mit unterschiedlichen Kostenstrukturen lassen. In dieser Ausschreibungsrunde mussten 13 Gebote mit 86.219 kW Gebotsmenge aufgrund von vermeidbaren Formfehlern ausgeschlossen werden.

Andreae verwies darauf, dass auch bei der Solarenergie bestehende Hemmnisse abzubauen sind. So sollte der 10-MW-Deckel für die Förderfähigkeit von PV-Freiflächenanlagen auf Konversionsflächen auf mindestens 20 MW erhöht werden. Um die Flächenpotenziale für die Photovoltaik zu erhöhen, fordert der BDEW, den 110-Meter-Korridor entlang von Autobahnen und Schienenwegen auszuweiten.

Die Ergebnisse der Biomasse-Ausschreibung finden Sie hier:

57 von 133 MW bezuschlagt: Biomasse-Ausschreibung wieder deutlich unterzeichnet

Beitragsbild: Thinapob – stock.adobe.com

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